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Karneval im Wald

Karneval im Wald? Kommt jetzt was ganz Abgefahrenes? Ist das Mummenschanz im Grünenl für Öko-Stalinisten?
Nein, es ist nichts von alldem.
Wer, wie ich zu den Karnevlasverweigerern gehört, der sucht sich während der tollen Tage einen Ausweichplatz. Dieser fand sich am Karnevalssonntag in einem ausgedehnten Waldstück zwischen Waldniel und Wegberg nahe der deutsch-niederländischen Grenze. Dieses durchstreiften wir mit Freunden in einer knapp vierstündigen Wanderung, natürlich mit kompletter Fotoausrüstung.
Das Wetter war durchwachsen und um die Mittagszeit ist der Wald eigentlich kein Ort, an dem spektakuläre Bilder entstehen. Außerdem ist die Landschaft flach und ziemlich reizarm.

Doch auch dann hat der Wald immer noch seine Reize, die sich einem jedoch erst erschließen, wenn man mal einen Moment innehält und einfach mal die Umgebung betrachtet. Spätestens dann bemerkt man, dass auch der Wald Karneval feiert. Zwar nicht mit Narhalla-Marsch und Kamellen, dafür aber mit vielen Gesichtern und Figuren.
Was auf der einen Seite nur wie ein abgestorbener Baumstamm aussieht, ist aus einer anderen Perspektive plötzlich “Jabba The Hut”.
Und immer öfter merkt man, dass sich im Wald vielmehr versteckt, als Altholz, Baumstümpfe und loses Geäst.

Molenplas

Am Sonntag war wieder ein Wandertag. Das herbstliche August-Wetter wurde etwas sonniger, so dass man es wagen konnte, sich etwas an der frischen Luft zu bewegen.

Wenn uns kein rechtes Ziel einfallen will, bemühen wir zuweilen das Internet. So auch in diesem Fall. Auf der Seite Wasser.Wander.Welt. wurden wir fündig. Dort werden “Premium-Wanderwege” im Grenzgebiet zwischen Deutschland und den Niederlanden vorgestellt. Enttäuscht worden sind wir dort nie.
Ein Großteil der dort vorgestellen Wanderwege ist ca. 11-15 km lang, was uns jedoch eindeutig zuviel war. So wählten wir mit knapp 5 km den “Molenplas” – den Mühlensee aus. Dieser befindet sich in der Nähe der Ortschaft Stevensweert an der Autobahn zwischen Roermond und Maastricht.

An der Hompeschen Mühle, einer alten Mühle zwischen Stevensweert und Ohé en Laak beginnt der Wanderweg. Dieser befindet sich komplett auf einer Insel, die von zwei Maasarmen umschlossen wird.

Zunächst waren wir äußerst ernüchtert, da man außer einem platten Seen, der fast komplett von Oberleitungsmasten umschlossen schien, nichts weiter gesehen hat. Na Bravo, … und ich habe wieder meine komplette Kameraausrüstung mitgeschleppt. Es erweckte den Anschein, dass außer ein paar Weitwinkel-Aufnahmen nichts zu holen wäre.

Doch man soll den Tag nie vor dem Abend, bzw. vor dem Ende der Wanderung loben. Es kommt immer anders, als man denkt. Der Weg führt mit einer ausgeprägten Ufervegetation am Deich des Juliana-Kanals entlang, bis man zwischen zwei Seen hindurch das Wasser überqueren muss. Wer denkt, hier über eine kommode Brücke zu schlendern, wird enttäuscht sein. Es handelt sich um Trittsteine aus Findlingen aus der Maas. Spätestens hier empfiehlt sich festes und wasserfestes Schuhwerk, es besteht Rutschgefahr. Durch eine üppige Pflanzenwelt gelangt man wieder zurück zum Ausgangspunkt, der Hompeschen Mühle, die auch ein kleines Restaurant beherbergt. Die “Dame Blanche” – Vanilleeis mit Schlagsahne und heißer Schokoladensauce  ist eine Empfehlung und nach dieser Wanderung durchaus angebracht.

Die knapp fünf Kilometer können nämlich sehr lang werden. Natürlich kann man im Stechschritt über die Wanderwege marschieren, dann ist die Wanderung tatsächlich in einer Stunde abgehakt. Geht man jedoch abseits der Wege, entdeckt man ein wahres Naturparadies mit seltenen Pflanzen und Tieren. Nur Frösche haben wir nicht gesehen, aber dafür quaken gehört. Wahrscheinlich wollten sie sonntags nicht fotografiert werden.

Tiefenenstpanntes Galloway-Rind und tiefenenstpannter Fotograf …

Das Mitschleifen der Fotoausrüstung hat sich gelohnt, nur das eingangs erwähnte Weitwinkelobjektiv fand keinen Einsatz. Zu interessant waren die kleinen Details entlang des Weges. Nicht nur Pflanzen, sondern auch Tiere gab es zu sehen. Enten, Schwäne und Fischreiher ohne Ende. Am Ufer des Sees weidete sogar eine Herde Galloway-Rinder, die absolut tiefenentspannt waren und sich ausgiebig von allen Seiten fotografieren ließen.

Konik-Pferd verteidigt sein Revier

Nicht ganz so entspannt war ein wild weidendes Konik-Pferd, das ziemlich eindringlich sein Revier verteidigte und mich das deutlich spüren ließ. Ein kleiner Rempler und ein kurzer Biss haben mir dann verdeutlicht, dass ich doch besser aus sicherer Entfernung das Teleobjektiv benutzen soll.

Man soll sich nie vom ersten Eindruck leiten lassen, dieser Wanderweg ist ein El-Dorado für Naturfotografen. Man kann dort eine ganzen Tag zubringen, ohne das der Hauch von Langeweile aufkommt. Wir waren mit Sicherheit nicht zum letzten Mal dort, noch interessanter scheint mir der See am frühen morgen oder am späten Abend bei Sonnenuntergang zu sein. Zweifelsohne ein nächstes Ziel …

Hier gibt es ein paar Impressionen rund um den wunderbaren Molenplas:

 

Schnappschüsse

Ein grosse Passion von Isi, meiner besseren Hälfte und mir ist das Wandern. Stundenlang.
Heute war ein solcher Tag, Wandern ist sehr entspannend, man bekommt den Kopf frei und kann sich durch dies und das und Ananas am Wegesrand wunderbar ablenken lassen. Getreu meinem Motto “Days turn to minutes and minutes to memories” ist natürlich immer die Kamera dabei.

Ziel unserer heutigen Wanderung war die Erft zwischen Wevelinghoven und Kapellen, zwei beschauliche Dörfer in der Nähe von Grevenbroich. Ich habe dort in der Nähe vor fast einem Viertljahrhundert einige Jahre lang gelebt, doch denn Tipp für diese Wanderung bekamen wir paradoxerweise von Freunden, die in Krefeld wohnen und die unsere Wanderleidenschaft teilen. Obwohl mir die Gegend bekannt war, habe ich doch einige neue Perspektiven entdeckt.

Bepackt mit meiner kompletten Fotoausrüstung ging es dann auf eine knapp 3 1/2-stündige Wanderung. Was für eine beknackte Idee!
Mein heißgeliebtes 50mm-Objektiv flog nach ein paar Aufnahmen in die Tasche und ab dann musste das Tamron 18-200mm-Objektiv Überstunden leisten.

Es kann zuweilen sehr erholsam sein, wenn man einfach mal drauflos fotografieren kann und sich nicht über irgendwelche technischen Dinge das Hirn zermartern muss. Sicher, hier und da ein Weitwinkel für ein tolles Panorama, dort ein Tele für ein Detail in weiter Ferne und die 50mm-Plastikbombe für ein paar Portraits hätten sicher etwas mehr für die Fotos getan.
Aber ich denke, es muss auch mal gut sein. Einfach mal den Augenblick einfangen. Das klappt mit einem Zoom-Obkjektiv wie dem 18-200mm von Tamron ganz ausgezeichnet.

Fotografie muss nicht immer das letzte Detail und das perfekte Licht aus einem Motiv herausholen. Fotografie kann auch ganz einfach nur mal ein paar schöne Erinnerungen festhalten. Und einfach mal den ISO-Wert an der Kamera hochstellen. Alle Fotos wurden mit ISO 400 und ISO 800 gemacht. Der Purist hebt jetzt den Zeigefinger, schließlich gelingen Landschaftsaufnahmen mit ISO 100 “immer”.
Rhabarber, Rhabarber, natürlich leidet die Qualität und man bekommt nicht immer ein technisch perfektes Foto. Bisweilen will man sich jedoch einfach nur an ein paar Erinnerungen erfreuen. Was nutzt es da, dass ich einen geilen, blauen Himmel habe und der Rest des Fotos schwarz wie die Nacht ist. Fotografie hat für mich einen primären Zweck; Sie muss Spass machen!
Darüber hinaus hat sich mal wieder auf eindrucksvolle Art und Weise gezeigt, an wievielen Motiven ich mal wieder vorbeigelatscht wäre, hätte Isi sie mir nicht gezeigt.
Alles in allem ein über die Maßen erholsamer Sonntag, der uns wieder einige schöne Motive gebracht hat. Einfach so. Einfach mal draufhalten! Auch, wenn 60% der Fotos anschließend in der Tonne landen.

Einfach mal anschauen – Fotos unserer Erftwanderung: