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Karneval im Wald

Karneval im Wald? Kommt jetzt was ganz Abgefahrenes? Ist das Mummenschanz im Grünenl für Öko-Stalinisten?
Nein, es ist nichts von alldem.
Wer, wie ich zu den Karnevlasverweigerern gehört, der sucht sich während der tollen Tage einen Ausweichplatz. Dieser fand sich am Karnevalssonntag in einem ausgedehnten Waldstück zwischen Waldniel und Wegberg nahe der deutsch-niederländischen Grenze. Dieses durchstreiften wir mit Freunden in einer knapp vierstündigen Wanderung, natürlich mit kompletter Fotoausrüstung.
Das Wetter war durchwachsen und um die Mittagszeit ist der Wald eigentlich kein Ort, an dem spektakuläre Bilder entstehen. Außerdem ist die Landschaft flach und ziemlich reizarm.

Doch auch dann hat der Wald immer noch seine Reize, die sich einem jedoch erst erschließen, wenn man mal einen Moment innehält und einfach mal die Umgebung betrachtet. Spätestens dann bemerkt man, dass auch der Wald Karneval feiert. Zwar nicht mit Narhalla-Marsch und Kamellen, dafür aber mit vielen Gesichtern und Figuren.
Was auf der einen Seite nur wie ein abgestorbener Baumstamm aussieht, ist aus einer anderen Perspektive plötzlich “Jabba The Hut”.
Und immer öfter merkt man, dass sich im Wald vielmehr versteckt, als Altholz, Baumstümpfe und loses Geäst.

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Kloster Langwaden

Meine Foto-Tour durch das Kloster Langwaden bei Grevenbroich war etwas ungewöhnlich, da sie sich nicht nur auf das reine Fotografieren beschränkte. Ich lernte einen Herren kennen, der momentan im Kloster lebt und der mir einige Dinge erzählte und zeigte, unter anderem einen wunderschönen Wanderweg ins benachbarte Schloß Hülchrath. Doch dazu später mehr, erst einmal etwas Wissenswertes über das Kloster “amfürsisch”, wie wir Rheinländer zu sagen pflegen.

Um das Jahr 1145 erfolgte die Gründung des Klosters durch den Grafen Christian von Wevelinghoven. Das Kloster war dem Erzstift Köln zu Lehen aufgetragen und genoss dadurch den Schutz des Kölner Erzbischofs.
Im Jahr 1693 erfolgte ein Neubau des Klosters im Barockstil unter dem damaligen Probst Jakob II. Tillmanns und seines Nachfolgers Ignaz von Witten.
Im Jahr 1802 wurde das Kloster im Rahmen der Säkularisation durch Napoleon aufgelöst und an den französischen Diplomaten Nicolas-Joseph Maison verkauft, der das Kloster zu einer Schloßanlage umgestaltete. Maisons Erben verkauften 1913 das Areal und die gesamten Ländereien an die Grafen von Nesselrode.
In der Zeit des Nationalsozialismus diente das Kloster als Arbeitslager und nach dem Krieg als Notunterkunft für Flüchtlinge. Im Jahr 1962 wurde das Kloster für 99 Jahre in einem Erbpachtvertrag an die Zisterziensermönche vermietet.
Heute dient das Kloster neben seiner eigentlichen Funktion als Wohnstätte für alleinstehende und wohnungslose Männer, als Altenheim, insbesondere für ältere Männer der Wohnstätte, als Kloster-Restaurant und als Bankettsaal, bzw. Gästerefektorium. Es finden dort regelmäßig Konzerte und andere Veranstaltungen statt.

Wer jetzt an Grevenbroich, die selbsternannte “Hauptstadt der Energie” mit ihren endlosen, mondlandschaftsartigen Tagebauen denkt, wird beim Besuch des Klosters Langwaden eindeutig eines besseren belehrt. Rund um das Kloster ist ein idyllischer Park mit einem alten Baumbestand und ein fast urwaldartiger Wanderweg führt ins benachbarte Schloß Hülchrath.
Wer das Kloster Langwaden auch gerne einmal besuchen möchte, dem verrät Google, wo es sich befindet:

Ich machte ein paar Aufnahmen von diesem idyllischen Ort und wollte mich schon wieder auf den Heimweg begeben, als mich ein Herr im Rollstuhl, augenscheinlich ein Bewohner der oben angesprochenen Wohnstätte, ansprach und mich fragte, ob ich schon den ältesten Baum im Park fotografiert hätte. Als biologischer Komplett-Banause verneinte ich die Frage wahrheitsgemäß und er fragte, ob er mir den Baum zeigen dürfte. Es war ein Baum, der an die 220 Jahre alt ist. Er muss also zur Zeit Napoleons gepflanzt worden sein.
Nachdem ich mein Foto von besagtem Baum gemacht hatte, fragte der Herr mich, ob ich noch etwas mehr Zeit übrig hätte.  Auch diese Frage beantwortete ich wahrheitsgemäß mit ja. Er zeigte mir sodann einen kleinen Wanderweg, der vom Kloster zum benachbarten Schloß Hülchrath führte. Der Weg war sehr schmal und unwegsam und wir hatten Mühe, mit seinem Rollstuhl dort durchzukommen.
Belohnt wurden wir jedoch mit einem Baum, der bei einem Unwetter komplett entwurzelt wurde und quer über der Gilbach, einem kleinen Flüsschen lag. Obwohl es ein Flachwurzelbaum war, konnte man erahnen, welche Kräfte die Natur hat.

Wäre der freundliche Herr nicht gewesen, hätte ich diesen Weg nie eingeschlagen und niemals diese Eindrücke mitgenommen. Es ist bisweilen ratsam, die Zeit Zeit sein zu lassen und einmal unwegsame Pfade zu gehen. Der Herr im Rollstuhl hat sich ebenfalls sehr gefreut, da er diesen Weg und den umgestürzten Baum sehr liebt. Er hat sich an der wunderschönen Natur erfreut und ich habe mich, neben dieser Natur, an schönen Fotos erfreut. Ein sehr schöner Nachmittag, an den ich mit Sicherheit noch lange zurückdenken werde.

Hier ein paar Impressionen aus dem Kloster und dem beschriebenen  Wanderweg:

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A Walk In The Park

A walk in the park, a step in the dark
– tönte einst die sagenumwobene Nick Straker Band in den noch jungfräulichen achtziger Jahren.

Ganz so schlimm wird’s  nicht, am Mittwoch habe ich das schöne Wetter genutzt, um einen Ausflug nach Krefeld in den Park zu machen. Weil einer nicht reicht, waren es gleich zwei.

Nun ist Krefeld nicht gerade als Perle bekannt, man spricht hier auch gerne vom “Manchester am Niederrhein“. Doch gibt es hier mehrere Kleinode, die man hier eigentlich gar nicht vermuten würde, wenn man sich über die großen Einfallstrassen stadteinwärts begibt. Wer mehr über Krefelds Parkanlagen wissen möchte, guckt mal kurz hier, bevor er weiterliest:
Parkanlagen Krefeld

Lange Rede, kurzer Pin, Ziel am Mittwoch waren der Schönhausenpark und der Sollbrüggenpark mein Ziel.  Wer nicht weiß, wo diese zu finden sind, Google ist immer Euer Freund, wenn es drauf ankommt.

Unmittelbar rechts neben dem Schönhausenpark befindet sich der Sollbrüggenpark, Ihr braucht nicht lange suchen.
In den Parks kann man wunderbar chillen und der hektischen Stadt für einen Moment entfliehen. Kleine Seen und der Blick auf malerische Gebäude aus längst vergangenen Zeiten lassen einen die Seele baumeln.

Ganz zufällig hatte ich auch meine Fotoausrüstung dabei und habe ein paar Eindrücke festgehalten. Was ich mir mittlerweile angewöhnt habe, ist immer mein Stativ mitzuschleifen. Gerade in solchen Parklandschaften hat man es immer mit ganz unterschiedlichen Lichtverhältnissen zu tun. Aus der Hand fotografiere ich immer nur mit einer Belichtungszeit von maximal 1/100. Alles, was länger dauert, tut nichts für uns, alles, was kürzer ist, macht zuviel Alarm, will heißen, wir haben eine veritable Anzahl von weißen Flächen, die total ausgebrannt sind. Da hilft auch keine Stunde im Lightroom oder irgendwelchen photogeshoppe. Auf dem Stativ kann man je nach Blende auch schon mal 1/5 sec. riskieren. Dunkle Bereiche bekommt Ihr in der Nachbearbeitung immer heller, ein eingebranntes weiß bleibt so weiß wie der Weiße Riese.
Auf mein “Alles für Dolles” Tamron 18-200mm Objektiv habe ich diesmal bewußt verzichtet. Es kam nur das Canon Kit-Objektiv (18-55mm), ein 10-18mm Weitwinkel und ein 50mm Festbrennweitenobjektiv zum Einsatz.
Da drängt sich die Frage “Äy, Digga, warum Festdingsbums?” auf – naturgemäß kastriert man sich hier selbst, aber es hat zuweilen auch Vorteile. 50mm sind der Blickwinkel des menschlichen Auges (ungefähr 46 Grad Blickwinkel), es hat eine bessere Auflösung, ein bessere Randschärfe und auf Grund der besseren Lichtstärke eine mögliche geringere Schärfentiefe als beispielsweise ein Kit-Objektiv.

Genug der Worte, hier ein paar Eindrücke:

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