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Schlechtes Wetter

Gibt es schlechtes Wetter für die Fotografie? Ist es nicht besser, bei trübem Wetter oder bei Wolken am Himmel die Fotoausrüstung in die Ecke zu Stellen und sich anderen Sachen zu widmen? Sollte man mal wieder seine Ausrüstung warten oder seine Shakren zählen?

Die Antwort ist ganz klar: NEIN!
Jedes Wetter hat seine Reize, Sonnenauf- und Untergänge sind geil, lagen Schatten können toll sein, ebenso wie ein strahlendes, gelbes Kornfeld mit stahlblauem Himmel, über den nur noch Tom Cruise mit seinem Top-Gun Geschwader fliegen muss.
Ebenso kann “nicht-sonniges” Wetter unendliche Reize bieten. Schattenlose Motive können surreal wirken, in Pfützen können herrliche Spiegelungen erzeugt werden, es entstehen schöne Wolkenformationen bist hin zu Gewittern mit Blitzen, die an Tivoli-Lichterspiele erinnern.

Am Mittwoch war so ein Tag. Ich wollte ein wenig das Braunkohle-Revier “vor der Haustür” erkunden. In Jackerath gibt es einen sogenannten “Skywalk“, der ein paar Meter in das Tagebaugebiet Garzweiler II hineinragt. Das schreit natürlich nach Weitwinkel und kräftigen Farben.  Ebenso die ganz in der Nähe befindlichen Kraftwerke, die ihren endlosen, weißen Wasserdampf in den stahlblauen Sommerhimmel ausdünsten.

Wäre es so gewesen, wäre der Beitrag hier zu Ende und es gäbe ein paar farbenfrohe Bildchen und Schluß im Bus.
Kaum auf der Autobahn zu meinem Ziel angelangt, zog sich der Himmel komplett zu und es regnete aus Waschkübeln. Teilweise wäre man zu Fuß schneller unterwegs gewesen, da einige Autofahrer plötzlich einsetzenden Regen immer noch als Vorbote der Apokalypse auffassen.
Wie auch immer, umkehren kam für mich nicht in Frage. Man muss die Dinge nehmen wie sie sind, alles hat einen Sinn im Leben. Mir kam das Gedicht “Was es ist” von Erich Fried in den Sinn, dass ich in einem Buch fand, das ich zur Zeit lese:

Was es ist
Es ist Unsinn sagt die Vernunft
Es ist was es ist sagt die Liebe

Es ist Unglück sagt die Berechnung
Es ist nichts als Schmerz sagt die Angst
Es ist aussichtslos sagt die Einsicht
Es ist was es ist sagt die Liebe

Es ist lächerlich sagt der Stolz
Es ist leichtsinnig sagt die Vorsicht
Es ist unmöglich sagt die Erfahrung
Es ist was es ist sagt die Liebe

Am “Skywalk” angekommen, hatte das Wetter ein wenig einsehen. Der Regen hörte auf und am Horizont klarte der Himmel ein wenig auf, es waren jedoch immer noch genügend Wolken für die nächste Dusche vorhanden. Leider gelangen mir nur einige wenige Aufnahmen, da die Schleusen sich oben wieder öffneten.
Lohnenswert ist der “Skywalk” auf jeden Fall; wer mal dorthin möchte, findet ihn hier unten. Da nichts für die Ewigkeit ist und im Tagebau die Ewigkeit auch schon mal etwas kürzer ist, solltet Ihr Euch beeilen. Es ist möglich, dass das Ding irgendwann weichen wird, wenn der Tagebau “weiterzieht”.

Da die ganze Tour bis dahin relativ unergiebig war, beschloß ich, weiter Richtung Bergheim zu fahren, um dort ein paar Kraftwerksbauten zu fotografieren.
Einmal mehr zeigte sich, dass man beim Fotografieren oftmals improvisieren muss. Das Wetter wurde zwar deutlich besser, vor allen Dingen trocken, doch Sommerfeeling wollte sich nicht einstellen, insbesonders, da es sich um fast 10 Grad abgekühlt hat.
Ehrlich gesagt, Kraftwerke im Sonnenlicht taugen vermutlich nur für Hochglanzaufnahmen der Betreiber, auf das die Sonne den CO2-Ausstoß weglächelt.

Wenn man auf der A61 Richtung Koblenz in Bedburg die Autobahn verläßt und die L213 in Richtung Niederaußem fährt, steht man irgendwann vor dem bedrohlichen Panorama des gleichnamigen Kraftwerkes.  Der Himmel war von dem Gewitter immer noch grau-blau und der austretende Rauch setzte sich schön vom Himmel ab. Die Bewölkung lockerte auf und hier bot sich eine Langzeitbelichtung mit bis zu 20 Sekunden und Graufilter an. Dabei entsteht der Eindruck, dass der Himmel den Rauch aus den Kühltürmen saugt. Bei strahlendem Sonnenschein tritt dieser Effekt natürlich nicht zu tage.
Von hier aus gibt es dieses tolle Panorama:

Zum Abschluss der Tour ging es nach noch zu den Kraftwerken nach Neurath, dort steht das modernste Kraftwerk Europas. Da der Himmel ähnlich wie in Niederaußem strukturiert war, ergab sich hier der selbe Effekt mit einer Langzeitbelichtung. Aufgenommen wurden die Fotos von diesem Standort aus:

In der Galerie findest Du einige meiner oben beschriebenen Aufnahmen.
Es zeigt sich, dass man nicht immer die Flinte ins Korn oder die Kamera in die Ecke werfen sollte, wenn mal nicht die Sonne scheint. Jedes Wetter hat seine Reize und Möglichkeiten.

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A Walk In The Park

A walk in the park, a step in the dark
– tönte einst die sagenumwobene Nick Straker Band in den noch jungfräulichen achtziger Jahren.

Ganz so schlimm wird’s  nicht, am Mittwoch habe ich das schöne Wetter genutzt, um einen Ausflug nach Krefeld in den Park zu machen. Weil einer nicht reicht, waren es gleich zwei.

Nun ist Krefeld nicht gerade als Perle bekannt, man spricht hier auch gerne vom “Manchester am Niederrhein“. Doch gibt es hier mehrere Kleinode, die man hier eigentlich gar nicht vermuten würde, wenn man sich über die großen Einfallstrassen stadteinwärts begibt. Wer mehr über Krefelds Parkanlagen wissen möchte, guckt mal kurz hier, bevor er weiterliest:
Parkanlagen Krefeld

Lange Rede, kurzer Pin, Ziel am Mittwoch waren der Schönhausenpark und der Sollbrüggenpark mein Ziel.  Wer nicht weiß, wo diese zu finden sind, Google ist immer Euer Freund, wenn es drauf ankommt.

Unmittelbar rechts neben dem Schönhausenpark befindet sich der Sollbrüggenpark, Ihr braucht nicht lange suchen.
In den Parks kann man wunderbar chillen und der hektischen Stadt für einen Moment entfliehen. Kleine Seen und der Blick auf malerische Gebäude aus längst vergangenen Zeiten lassen einen die Seele baumeln.

Ganz zufällig hatte ich auch meine Fotoausrüstung dabei und habe ein paar Eindrücke festgehalten. Was ich mir mittlerweile angewöhnt habe, ist immer mein Stativ mitzuschleifen. Gerade in solchen Parklandschaften hat man es immer mit ganz unterschiedlichen Lichtverhältnissen zu tun. Aus der Hand fotografiere ich immer nur mit einer Belichtungszeit von maximal 1/100. Alles, was länger dauert, tut nichts für uns, alles, was kürzer ist, macht zuviel Alarm, will heißen, wir haben eine veritable Anzahl von weißen Flächen, die total ausgebrannt sind. Da hilft auch keine Stunde im Lightroom oder irgendwelchen photogeshoppe. Auf dem Stativ kann man je nach Blende auch schon mal 1/5 sec. riskieren. Dunkle Bereiche bekommt Ihr in der Nachbearbeitung immer heller, ein eingebranntes weiß bleibt so weiß wie der Weiße Riese.
Auf mein “Alles für Dolles” Tamron 18-200mm Objektiv habe ich diesmal bewußt verzichtet. Es kam nur das Canon Kit-Objektiv (18-55mm), ein 10-18mm Weitwinkel und ein 50mm Festbrennweitenobjektiv zum Einsatz.
Da drängt sich die Frage “Äy, Digga, warum Festdingsbums?” auf – naturgemäß kastriert man sich hier selbst, aber es hat zuweilen auch Vorteile. 50mm sind der Blickwinkel des menschlichen Auges (ungefähr 46 Grad Blickwinkel), es hat eine bessere Auflösung, ein bessere Randschärfe und auf Grund der besseren Lichtstärke eine mögliche geringere Schärfentiefe als beispielsweise ein Kit-Objektiv.

Genug der Worte, hier ein paar Eindrücke:

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