Neues Teleobjektiv

Was ist eigentlich ein Teleobektiv?
Als Standardteleobjektive gelten Objektive mit einer Brennweite zwischen etwa 135 und 200 mm. Geläufig sind auch 70-300mm Objektive, diese gibt es von diversen Herstellern. Damit läßt sich schon allerhand anstellen.  Doch reicht das? Die Frage stellte ich mir mit meinem 70-300mm Objektiv bei einem Zoo-Besuch.
Hier gilt: Entweder sind die Viecher zu klein oder zu weit weg, im schlimmsten Fall beides. Hier kommt schnell der Wunsch nach etwas mehr Brennweite auf. Für alle, die davon den Kanal jedoch nicht vollkriegen, gibt’s da immer noch ein wenig mehr.  Schaut man sich beispielsweise bei Canon um, dann vergeht einem jedoch schnell die Lust daran – Objektive im Wert eines gut ausgestatteten Kleinwagens sind hier Standard.

Möchte man jedoch ein sexy Objektiv und eine Mörder-Brennweite haben, gleichwohl jedoch trotzdem nicht gleich Haus und Hof verkaufen, kommt man zum Tamron SP 150 – 600mm / 5 – 6,3 Di VC USD.
Quasi so, als ob man in den 70/80er-Jahren Opel gefahren wäre …
Richtig gelesen, satte 600mm Brennweite, das ganze verteilt auf stolze 2 kg Objektiv und käuflich zu erwerben für freundliche €795,- – erneut beim Fotofachhändler meines Vertrauens, Foto Leistenschneider in Krefeld.

Bei den Ausmaßen des Objektives (knapp 11cm Durchmesser und knapp 26  cm Länge im eingefahren Zustand) vermutet man zunächst, dass das Teil der Begierde unter das Kriegswaffenkontrollgesetz fällt oder dass man einen Waffenschein benötigt oder optional noch Munition dazu kaufen muss. Zudem hat man das Gefühl, nicht das Objektiv an die Kameras schrauben, sondern die Kamera an das Objektiv.
Aber keine Bange, mit dem Teil kann man nur fotografieren und das hervorragend, gleichwohl man nicht geneigt ist, sich bei einer Blende von 5-6,3 vor Begeisterung auf den Rücken zu schmeissen.
Das Objektiv verfügt jedoch über einen ganz hervorragenden Bildstabilisator, bei Tamron VC (Vibration Control) gennant. Bei einer ruhigen Hand gelingen dabei offenblendig auf 600 mm (f6.3) mit 1/160 sec. Belichtungszeit noch scharfe Bilder. Ein weiteres, nettes Feature ist die Einstellung des Autofokus wahlweise auf den vollen Bereich oder auf 15m. Das erspart bei etwas näheren Objekten schon einmal das Hin-un Her des Autofokus auf ein erträgliches Maß. Der Autofokus ist zudem ausreichend schnell, leise und trifft fast immer sein Ziel. Wenn man auf 600mm eine hektische Ameisen fotografiert, sollte man jedoch bisweilen mit Aussetzern rechnen.
Auch hier gilt, dass man mit einer sündhaft teuren Festbrennweite sicherlich noch einen Kick mehr an Auflösung realisieren kann.

Schlußendlich stellt sich die Frage: Wozu brauche ich einen solchen Vorschlaghammer?
Dieses Objektiv ist allein auf Grund des o.g. Gewichtes von knapp 2 kg schon eine Hausnummer und selbst €795,- sind kein Pappenstiel.
Zum Erstellen von Schnappschüssen ist das Teil nicht sonderlich empfehlenswert, ist es doch etwas hinderlich, immer 2kg Objektiv und Kamera herumzuschleppen.
Sinnvoll ist es meines Erachtens vor allen Dingen in der Natur- und Tierfotografie, bei mir Bereiche, die für mich sehr erholsam sind. Einfach an einem See oder einer Waldlichtung sitzen und abwarten, was passiert. Irgendetwas passiert immer, und mit diesem Objektiv gibt es wenig, was einem entgehen könnte.
Im Vergleich zu einem “handelsüblichen” 70-300mm merkt man die 600mm Endbrennweite ganz deutlich.
Es soll auch Leute geben, die gerne unbemerkt weit entfernte Objekte fotografieren, für diese Klientel ist das Objektiv ebenfalls mit den Einschränkungen der Lichtstärke empfehlenswert.

Ein empfehlenswerten Testbericht über das Objektiv findest Du bei Traumflieger.

Anbei eine kleine Galerie mit Fotos, die mit dem Tamron 150-600mm erstellt wurden.

Selbstgenähte Stativhülle

Es gibt Tage, da fluche ich und meine Laune geht in den Keller, weil ich irgendwie immer das falsche Equipment kaufe. Vor Jahren kaufte ich mir eine Fototasche, in die man alles mögliche stopfen kann und die soviel Geheimfächer hat, dass so mancher Zöllner am Flughafen daran verzweifeln könnte.
Einen gewaltigen Nachteil hat das Teil jedoch: es passt kein Stativ herein.

Was tun, wenn man “därr Gärät” mitschleppen will oder muß?
Freilich, man könnte der verwegenen Idee verfallen, sich einen Fotorucksack kaufen, in den sogar noch das MacBook passen würde. Für gute Teile werden jedoch garantiert dreistellige Beträge aufgerufen. Außerdem läuft jeder mit so einem Ding herum …

Gestern kam ich von einem Fotospaziergang in meiner alten Heimatstadt Neuss zurück und klagte zu Hause mein Leid, dass ich rumlief wie ein Packesel.
Anstatt mich in auf die Intensivstation für Männer einweisen zu lassen, hatte meine bessere Hälfte eine weitaus bessere Idee. Heute verwendete Sie ihr handwerkliches Talent dazu, eigens für mich eine Hülle für mein Stativ zu nähen, was man ganz einfach über der Schulter tragen kann.
Das Motiv mag dem ein oder anderen womöglich ein wenig infantil erscheinen, doch die kleinen Piratenköpfe gefielen mir sofort; erinnern sie mich doch an ein Zitat meines großen Idols Steve Jobs:

“It’s better to be a pirate than to join the navy”
Steve Jobs (1955-2011)

Ein großen Dank und einen dicken Kuss an mein Sweetie, diese individuelle Schmuckstück ist perfekt zu tragen, zudem wasserfest und kommt sich nicht mit meiner Fototasche ins Gehege, wenn man beide über der Schulter trägt.
So bleibt immer eine Hand für die unverzichtbare Lucky Strike frei …
Mein Sonntag ist gerettet.

Hier könnt ihr einen Blick auf das schöne Teil werfen. Ohne Zipp und Zapp und Narrenkapp, einfach aus der Hand fotografiert.