Kodachrome Presets für Lightroom

Jetzt wird es witzig – es geht darum, den Look der legendären Kodachrome-Filme mit Hilfe von Lightroom-Presets nachzubilden. Was ist daran so komisch?

Zum ersten liebe ich den Look der Kodachrome-Filme. Paul Simon beschreibt den Kodachrome in seinem gleichnamigen Song äußerst treffend:

They give us those nice bright colors
They give us the greens of summers
Makes you think all the world’s a sunny dayPaul Simon

Kodachrome ist die Marke für einen von 1935 bis 2009 produzierten Diafilm des Filmherstellers Kodak. Der Kodachrome-Film war der erste kommerziell erfolgreiche Dreifarbfilm mit einer sehr natürlichen Farbwiedergabe und einer hohen Schärfe und wies ein sehr feines Korn aus. Mit seinen lebendigen Farben hatter er einen wegweisenden Einfluss auf die Entwicklung des Farbfilms. Erst in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts erreichten die Mitbewerber annähernd das Niveau des Kodachrome.
Viele Berufsfotografen und ambitionierte Hobbyfotografen bevorzugten diesen Film. Der wohl berühmteste Nutzer von Kodachrome-Filmen war der amerikanische Fotograf Steve McCurry, weltberühmt für das Foto eines afghanischen Mädchens auf dem Cover der National Geographics. Steve McCurry war es auch, der die letzte Rolle des Kodachrome 64 verschiessen durfte, bevor die Produktion von Kodak 2009 eingestellt wurde. Hierzu gibt es eine hervorragende Dokumentation auf YouTube:

 

Zum zweiten bin ich äußerst skeptisch, was die Verwendung von Presets zur Entwicklung der Fotos in Lightroom betrifft.
Presets sehen auf den Webseiten der Hersteller immer toll aus; es gibt leuchtende Farben, tiefe Kontraste, verwaschene Retro-Looks und verträumte Hochtzeits-Stile. Auf die eigenen Fotos angewendet, folgt nicht selten eine gewisse Ernüchterung. Zuweilen scheinen die Haare rot, die Kontraste sind so hoch, dass man nur noch schwarz-weiß wahrnimmt, richtiges Retro-Feeling stellt sich ebenfalls nicht ein und auf den Hochzeitsfotos wirken diese wie aus der Werbebroschüre eines Scheidungsanwaltes.
Ist man mit den detaillierten Bearbeitungsmöglichkeiten in Lightroom nicht sonderlich vertraut, richten solche Presets mehr Schaden als Nutzen an, da der Nutzer gar nicht weiß, wo er hier etwas ändern kann, damit das Ergebnis halbwegs ansehnlich ist.
Eine neue Möglichkeit in Lightroom Classic CC ab Version 7.3 ist die Verwendung von LUT’s als Kamera-Profile, womit man einen bestimmten Look “in einem Rutsch” auf das Bild anwenden, bzw. stufenlos beimischen kann. Wie das geht, steht hier: LUT’s in Lightroom.
Ich nutze selbst kaum Presets und wenn, dann fast nur selbst erstellt. Diese dienen hauptsächlich dazu, bestimmte Tonungen (z.B. das berühmt-berüchtigte Orange ‘n’ Teal), eine Vignette oder bestimmte Körnung hinzuzufügen.

Auf der Suche nach einem geeigneten Kodachrome-Look fällt man über tonnenweise Presets und oder LUT’s im Internet; auch gibt es Tutorials, die einem den ultimativen Kodachrome-Look näherbringen wollen. Die Ergebnisse sind jedoch allesamt äußerst ernüchternd. Auch hier sehen die Beispielfotos toll aus, auf den eigenen Bilden relativiert sich alles wieder.
Auf Empfehlung einiger Fotografen bin ich dann auf eine Seite namens “The Classic Presets” von André Duhme gestossen, der neben vielen “Vintage-Presets” eben auch Emulationen des Kodachrome 25 und Kodachrome 64 anbietet. Diese hören auf den Namen “Classic K14” – K14 beschreibt den Entwicklungsprozess der vorgenannten Kodachrome Filme.
Die Beispielfotos auf André’s Seite fand ich zunächst äußerst ansprechend, insbesondere vom “Feeling” der Bilder – hier scheint jemand nicht einfach nur an den Farbreglern gedreht zu haben.
Ernüchterung mag da beim Preis der Presets aufkommen – gerade mal 6 Presets für €19,99. Das ist quantitativ nicht viel, jedoch reden wir hier über ZWEI Filme, die adaptiert werden.
Angesichts der Qualität der Presets vergißt man den Preis jedoch ganz schnell wieder. Neben den eigentlichen Emulationen gibt es noch weitere Presets, mit denen man beispielsweise den Kontrast, den Weißabgleich, die Verteilung von Licht und Schatten, etc. sehr einfach anpassen kann (wenn man es mit den Lightroom-Reglern nicht selbst machen will). Darüber hinaus kann man den Aufnahmen via Presets noch einen wärmeren oder kälteren Farblook geben.
Das ganze mag zwar auf den ersten Blick nicht so spektakulär wie bei anderen Presets aussehen, doch mir gefällt einfach der Look, der mit den Presets erzeugt wird. Weiterhin “funktionieren” die Presets der beiden Kodachrome-Emulationen einfach auf einem Großteil meiner Fotos. Man sollte dabei auch bedenken, dass man in der analogen Welt auch nicht nur mit ein oder zwei Filmen die ganze Welt fotografiert hat. Einen Kodachrome 25 (mit ISO/ASA 25) wird man nicht für die Milchstrassenfotografie verwenden, warum soll dann ein Presets die Hasen aus dem Hut zaubern?
Ich habe bis dato keine bessere “Kodachrome”-Emulation als die “Classic K14 Lighreoom Presets” im Netz gefunden (sofern man einen Kodachrome überhaupt emulierten kann, das ist wie mit echtem Vinyl-Knistern …). Hier stimmt meiner Ansicht nach das Feeling, was auf den Bildern hervorragend herüberkommt. Übrigens wurde hier mit äußerster Liebe zum Detail gearbeitet, denn neben den Presets gibt es noch spezielle Kameraprofile für viele aktuelle Modelle der “üblichen Verdächtigen” (Canon, Sony, Fuji, Nikon und sogar einige iPhone-Modelle). Alleine diese Tatsache rechtfertigt den Preis abermals.

Insgesamt für einen Preset-Muffel und Kodachrome-Fan wie mich eine klare Empfehlung für die “Classic K14 Lightroom Presets”.
Im Anschluß gibt es noch ein paar vorher/nachher-Fotos mit den Classic K14 Presets:

 

 

LUT’s in Lightroom

LUT‘s, oder Look Up Tables, sind in aller Munde.

Was sind LUT‘s?

Im Prinzip sind es kleine Dateien, die bestimmte Farb-, Kontrast- und Helligkeitsinformationen enthalten. Mit einer LUT-Datei kann man dem Foto einen anderen Farbkook geben. Es gibt im Netz haufenweise LUT‘s mit Farblooks analoger Filme, LUT‘s mit Instagram Effekten, auch LUT‘s mit Einstellungen für Portrait- oder Hochzeitsfotografen. 

Es gibt Bildbearbeitungsprgramme wie Luminar 2018, in denen man vorgefertigte LUT‘s oder im Netz erhältliche einfügen kann. Das geht blitzschnell und sehr einfach. So kann man dem Foto von vorne herein einen betimmten Look geben. 

In Adobe Lightroom CC oder in Lightroom Classic CC sucht man diese Option zunächst vergebens. Einzig Photoshop CC bietet die Möglichkeit, über eine Einstellungsebene LUT-Dateien zu importieren. Nun ist man selten geneigt, sofort Photoshop an den Start zu bringen, wenn man eigentlich in Lightroom ein Foto entwickeln möchte. Was tun? Auf einen anderen RAW-Konverter umsteigen, der so etwas kann und damit seinen ganzen Worklflow über Bord werfen? 

Hier gibt es für Lightroom-Nutzer eine erfreuliche Antwort. Ja, es geht auch mit Lightroom. Das Zauberwort heißt hier: Kamera-Profile.

Adobe biete bereits ab Werk eine staatliche Anzahl an Profilen, die sich auf das jeweilige Foto anwenden lassen. Neben den Standarts von Adobe und den Kameraprofilen gibt es auch sogenannte Kreativ-Profile und Schwarz-Weiß-Profile.

Doch was mache ich, wenn ich nun im Netz erworbene LUT‘s in Lightroom verwenden möchte? 

Der Weg dorthin ist etwas steinig und nur über Photoshop möglich. Dort ist es jedoch möglich, von Grund auf eigene LUT‘s z u erstellen. 

Wie das geht, erfährst Du hier (Eigene LUT‘s in Photoshop erstellen).

Hat man eigene LUT-Dateien auf der Festplatte, müssen diese zunächst als Profile in das Camera RAW-Modul geladen werden. Photoshop CC und Lightrom Classic CC nutzen hier den gleichen Vorgaben-Ordner, in Lightroom CC sind einige andere Schritte erfoderlich. Dazu später mehr. 

Zunächst muss in Photoshop eine Bilddatei geladen werden. Im Anschluss daran wird das Camera RAW-Modul gestartet, welches über des Menu Filter zu erreichen ist. Nach dessen Start wechseln wir ohne in diesem Modul irgendwelche Änderungen vorgenommen zu haben, in den Bereich Vorgaben. Unten links befindet sich ein Symbol, mit dem man aus den Einstellungen, die man getätigt hat, eine neue Vorgabe erstellen läßt. Das ist jedoch jetzt nicht das Ziel.
Mit gedrückter alt-Taste klicken wir auf das Symbol und des geht ein neues Dialog-Fenster (Neues Profil) auf. Hier können wir jetzt unter dem Feld “Farbensuchtabelle”unsere LUT- Datei importieren (muss im. CUBE-Format vorliegen). Diese kann man oben benennen und den Speicherort festlegen. Dazu habe ich mir einen Ordenr mit Namen LUT angelegt. Dort hinein wird die LUT-Datei nun importiert. Anschließend muss das Dialogfeld mit dem Schalter OK bestätigt werden. Das Camera-RAW Modul erzeugt nun eine entsprechende Datei mit der Endung .xmp.

Nun wechseln wir in Camera RAW in den ersten Reiter (Grundeinstellungen) und klicken dort auf Profile. Dort erscheint nun unsere soeben konvertierte LUT-Datei als neues Profil. Dieses kann nun auf das Foto angewendet werden unsd sogar noch in der Stärke justiert werden. 

In Lightroom Classic CC ist diese Profil nun ebenfalls verwendbar, das sich das Program mit Photoshop CC den gleichen Vorgabenordner von Camera RAW teilt. Nach einem Neustart von Lightroom wird dieses Profil sichtbar.

In Lightroom CC wird man das soeben erstellte Profil jedoch vergebens suchen. Es muss gesondert importiert werden.

Dazu geht man im Entwicklungsmodul in den ersten Reiter Profile. Dort klickt man auf Durchsuchen und dann rechts oben die drei Punkte an und es öffnet sich ein Menu zur Verwaltung der Profile. Ganz unten gibt es die Auswahl Profil importieren.

Doch wo finde ich das Profil nun? Begeben wir uns auf die Suche.

Auf dem Mac muss man dazu in den Library Ordner des jeweiligen Benutzers. Im Finder klicken wir mit gedrückter alt-Taste in der Menuleiste auf den Punkt Gehe zu und wählen dort den Library Ordner aus. Dort bewegen wir uns zu \Application Support\Adobe\Camera RAW\Settings.

Dort finden wir das soeben erstellte Profil unter dem angegebenen Namen mit der Dateiendung .xmp.

Diese kopiere ich mir auf den Schreibtisch. Von hier aus kann ich es mir, wie oben beschrieben, in Lightroom CC importieren. Dort steht es mir fortan zur Verfügung. Weiterhin synchronisiert Lightroom CC diese Vorgaben in der Cloud und ich kann diese auf allen ansgschlossenen Geräten verwenden.

Unter Windows geht es auf Grund der weniger restriktiven Ordnerstruktur etwas einfacher.

Auch hier gehen wir in Lightroom CC zunächst in das Entwicklungsmodul und dort in den ersten Reiter Profile. Wir klicken auf Durchsuchen und dann auf die drei Punkte. Es öffnet sich das Menu zur Verwaltung der Profile. Unten klicken wir auf Profil importieren. Das soeben erstellte Profil liegt unter C\:Users\[user name]\AppData\Roaming\Adobe\CameraRaw\Settings.

Dieses wählen wir aus und es steht ab sofort auf allem angeschlossenen Lightroom CC-Klienten zur Verfügung und können hier ebenfalls in der Stärke angepasst werden.

Die ganze Vorgehensweise ist bei weitem nicht so komfortabel wie in anderen Programmen, beispielsweise Luminar 2018. Der Einsatz von LUT‘s, bzw. unterschiedlichen Kameraprofilen eröffnet aber ein weites Feld zur Entwicklung eigener Fotos, ohne den gewohnten Worklflow von Adobe zu verlassen. In der Kombination mit Photoshop, welches das Erstellen eigener, auf den persönlichen Bedarf abgestimmter LUT‘s, bzw. Profile ermöglicht, macht es zudem auch noch richtig Spaß!

LUTs in Photoshop erstellen

ARD, ZDF, C&A
BRD, DDR und USA
BSE, HIV und DRK
GbR, GmbH, ihr könnt mich malDie Fantastischen Vier

Diese und andere Abkürzungen haben uns vor etlichen Jahren die Fantastischen Vier näher gebracht, doch was in aller Welt ist ein LUT?
Es ist die Abkürzung für “Look-up Table”. Diese werden hauptsächlich im Film- und Video-Bereich eingesetzt, um einen bestimmten Filmlook zu erzeugen, beispielsweise der grünliche Look in der “Matrix”-Trilogie. Diese Farblooks lassen sich auch in der Fotografie einsetzen, um den Farblook eines Bildes zu ändern. Seit Photoshop CC2016 lassen sich diese Look-up Tabellen auch dort benutzen. Das funktioniert über eine Einstellungsebene, die als solche in verschiedenen Modi und Stärke auf das Bild angewendet werden können. Die Möglichkeiten sind hier also grenzenlos.

In Photoshop kann man nun aber auch eigene Look-up Tabellen erstellen und diese als Vorlage für die eigenen Bilder oder Fotos verwenden. Das erspart zuweilen das individuelle Bearbeiten einzelner Bilder.
Was tun diese Look-up Tabellen nun für uns?

An einem einfachen Beispiel möchte ich demonstrieren, wie man mit ein paar Ebenen einen Vintage-Look einstellt und daraus eine Look-up Tabelle, ein LUT erstellt und einfach auf eine Reihe von Bildern anwenden kann.
Was verstehen wir nun unter einem “Vintage-Look”?
Unsere Fotos sollen ein wenig “auf alt” getrimmt werden, so wie es Instagram mit seinen diversen Filtern anbietet. Alte Aufnahmen haben einen verwaschenen, kontrastarmen Look, in denen die Blautöne auffällig milchig sind.

Lange Rede, kurzer Sinn, … auf geht es an die Arbeit.
Als Beispiel habe ich ein Foto eines alten Automobils, aufgenommen bei den diesjährigen Classic Days auf Schloß Dyck ausgewählt. Um Look-Up Tabellen zu erstellen, darf nur mit Einstellungsebenen gearbeitet werden. Filter haben beispielsweise keinen Einfluss beim Erstellen einer solchen Tabelle. LUT’s enthalten ausschließlich Informationen zu Farbe, Kontrast und Helligkeit eines Bildes.

Zunächst öffnen wir dieses Bild in Photoshop. Wichtig ist, dass es im Status “Hintergrund” bleibt, was in der Ebenenpalette durch das Schloss neben der Miniaturansicht des Fotos dargestellt wird.

 

Als erstes erstellen wir eine neue Schwarz-weiß Ebene, in etwa mit den hier gezeigten Einstellungen, um den Kontrast etwas zu erhöhen. Moment mal, war nicht vorhin von einem kontrastarmen Bild die Rede? Natürlich, diese Kontraste werden mit den folgenden Ebenen wieder etwas zurückgenommen.  Hier werden insbesondere die Farben blau und cyan verstärkt. Diese Ebene wird im Modus Weiches Licht übergeblendet. 

Anschließend bearbeiten wir die Blautöne mit der Einstellungsebene Selektive  Farbkorrektur. Dazu wird cyan und gelb verstärkt und magenta komplett herausgenommen. Als ungefährer Anhalt dient wiederum der Screenshot. Der Mischmodus der Ebene verbleibt im Zustand Normal.

Im folgenden Schritt wird das Foto eingefärbt, um einen etwas gelblichen Look zu erhalten. Das Werkzeug der Wahl ist hier die Ebene Verlaufsumsetzung. Mit der Verlaufsumsetzungsebene wird den Farben einer bestimmten Verlaufsfüllung der entsprechende Graustufenbereich eines Bildes zugeordnet. Bei einer zweifarbigen Verlaufsfüllung wie in unserem Beispiel werden der linken Endpunktfarbe der Füllung die Tiefen zugeordnet, der rechten Endpunktfarbe die Lichter und den Abstufungen dazwischen die Mitteltöne.
Ein Doppelklick auf die Vorschau des Farbverlaufes bringt und in das Menu Verläufe bearbeiten; wir wählen einen Verlauf von magenta nach grün aus.  Auch diese Ebene wird im Modus Weiches Licht übergeblendet. Ratsam ist es, hier die Kompvlementärfarben auszuwählen. Das kann man ganz leicht auf color.adobe.com einstellen. Die “Color-Harmonie” muss dazu einfach auf Komplementärfarben umgestellt werden. Je nach Stärke des Effektes, die in hohem Male vom Ausgangsbild abhängig ist, verringern wir gegebenenfalls die Ebenendeckkraft.

Um das Bild nun, wie versprochen, etwas kontrastärmer zu bekommen und den Vintage-Look zu verstärken, fügen wir als nächste Ebene eine Farbfläche mit einem hellen blau hinzu. Übergeblendet wird die Ebene nun im Modus Ausschluss. Dieser sorgt dafür, dass die dunklen Stellen im Bild in der angewählten Farbe eingefärbt werden und die hellen Stellen in der Komplementärfarbe, in diesem Fall einem dunklen Orange, der in bräunliche geht. Auf den ersten Blick wirkt das Bild nun sehr surrealistisch, daher ändern wir die Ebenendeckkraft auf ca. 25%.

Nun wirkt das Bild leider noch etwas “dumpf”; aus diesem Grund bringen wir etwas Kontrast in das Bild zurück, ebenfalls mit einer Schwarz-weiß Ebene, in der wir wiederum blau und cyan verstärken. Diese Ebene wird ebenfalls im Modus Weiches Licht übergeblendet.

Am Ende der Bearbeitung bearbeiten wir noch etwas den Kontrastumfang des Bildes, um es “analog” aussehen zu lassen. Das bewerkstelligen wir mit einer Tonwertkurve, in der wir den Tonwertumfang in den Tiefen auf einen Wert von ca.35 und in den Lichtern auf ca. 245 stellen. Diese Ebene belassen wir wieder im Modus Normal.

Die Werte, die in den einzelnen Ebenen eigegeben wurden, sind kein Credo, man kann uns sollte diese nach eigenen Vorlieben gestalten. Sie stellen lediglich ein Richtwert dar.

Hier ein Vergleich vom unbearbeitetem zum bearbeitetem Bild mit den zuvor beschriebenen “Vintage”-Einstellungen

 

Der abschließende Schritt ist nun aus diesen Einstellungen heraus eine sogenannte Look-up Tabelle zu erstellen. Dazu werden alle Einstellungsebenen markiert. Im Menu Datei > Exportieren > Color Lookup-Tabellen finden wir die Einstellungen zum Export mit den gezeigten Einstellungen. In der Beschreibung können wir dieser Look-up Tabelle nun einen eindeutigen Namen geben und im Copyright unseren Namen eingeben. In der Auswahl Qualität wähle ich immer 128 Rasterpunkte aus. Mit Bestätigen des OK-Schalters können wir unsere soeben erstellte Look-up Tabelle nun auf der Festplatte speichern. Da es vielfältige Möglichkeiten zum Einsatz von LUT’s gibt, werden hier mehrere Formate zum Speichern angeboten. Für den Einsatz in Photoshop ist im Grunde nur das Format 3DL nötig.

Diese Look-up Tabelle lässt sich nun auf jedes beliebige Foto anwenden; die so erstellte LUT-Datei kann man auch in Videoschnitt-Programmen wie Final Cut Pro X oder Adobe Premiere verwenden, um dem Film einen bestimmten Farblook zu geben.
Der Import in Photoshop erfolgt über das Menu Ebene > Neue Einstellungsebene > Color Lookup … .

Da der Effekt nun nicht in jedem Bild gleich aussieht, kann man über die Ebendendeckkraft der Color Lookup-Ebene die Wirkung des Color-Grading steuern. Auf ein anderes Bild angewandt, habe ich hier die Ebenendeckkraft auf 65% verringert, um den Look nicht zu extrem aussehen zu lassen.

 

Ich hoffe, dass dieses kleine Tutorial hilfreich für Dich war und wünsche Dir viel Spaß beim Erstellen Deiner eigenen LUT’s!

Orton-Effekt in Lightroom

Wie verleiht man den eigenen Aufnahmen einen glühenden, märchenhaften Look in Lightroom, ohne dabei auf externe Bildbearbeitungsprogramme wie Photoshop ausweichen zu müssen?

Die Rede ist hier von dem sogenannten “Orton-Effekt”, benannt nach dessen Erfinder, dem Fotografen Michael Orton. In der analogen Welt handelt es sich hier um eine Aufnahmetechnik, in der ein scharfes Bild mit 2 Stufen Überbelichtung und ein unscharfes Bild mit 1 Stufe Überbelichtung aufgenommen und übereinandergelegt werden. Die Aufnahme ist in aller Regel nur mit einem Stativ möglich.

In einem Bildbearbeitungsprogramme wie Photoshop ist der Effekt relativ simpel über mehrere Ebenen und Weichzeichnungsfilter zu realisieren.
Doch in Lightroom haben wir diese Ebenen nicht zur Verfügung.

Machbar ist dieser Effekt jedoch mit dem Verlaufsfilter in Lightroom. Das ganze läßt sich als Vorgabe speichern und so bequem auf jedes ausgewählte Bild übertragen.

Als erstes wählen wir das Lineare Verlaufswerkzeug aus. Dieses wird mit gehaltener Shift-Taste von ganz unten nach ganz oben gezogen und anschließend wird der Mittelpunkt ganz nach oben gezogen. Als Hilfestellung lassen wir uns der markierten Bereich anzeigen – dieser färbt das Bild nun komplett orange ein. Das bedeutet, dass sich der Maskierungseffekt nun auf das komplette Bild auswirkt. Wir haben somit den Verlauf etwas zweckentfremdet. Zur weiteren Bearbeitung nutzen wir folgende Einstellungen im Menu des Linearen Verlaufsfilters:

  • Klarheit: -100
  • Schärfe: -45

Die restlichen Parameter werden nicht verändert.

Anschließend setzen wir einen neuen Linearen Verlaufsfilter über das Bild, bei dem wir genau so vorgehen, wie im vorangegangenen Schritt. Die Einstellungen sind hier jedoch anders:

  • Belichtung: +0,15
  • Kontrast: +80
  • Klarheit: -9
  • Sättigung: +20

Zum Abschluss kann man dem Bild noch eine Vignette und etwas Bildrauschen hinzufügen, das machen wir im Reiter “Effekte” mit folgenden Einstellungen:

Am Ende kann man das Bild dann in allen Parametern feineinstellen.
So sieht das Ganze dann am Ende aus:

 

Lightroom-Vorgabe zum Download:
Download Now

Luminar 2018

Für eine Reihe von Fotografen, gleich, ob im Profi- oder Hobbysegment, ist Adobe Lightroom das Werkzeug der Wahl, um Fotos zu entwickeln und zu verwalten und das alles unter einer Oberfläche.
Insbesondere nach dem Update im Jahr 2017 hat man nun die Möglichkeit, seine komplette Fotosammlung in der Cloud zu speichern und von überall darauf zuzugreifen.

Adobe macht es dem Nutzer jedoch etwas kompliziert; für eine komplette Cloud-Anbindung muß man Lightroom CC, mit großen Funktionseinbußen, benutzen. Der Vorteil ist, dass alle Fotos unmittelbar in die Cloud umziehen.
Wer nicht auf die gewohnten, mächtigen Tools zu Entwicklung und insbesondere der Fotoverwaltung verzichten will, der nutzt weiterhin das „alte“ Lightroom, welches auf auf den Namen Lightroom Classic CC hört.
Der Cloud-Zugriff ist hier allerdings beschränkt; man kann lediglich Sammlungen mit der Cloud synchronisieren.
Hat man die Fotos auf der Festplatte, auf der die Originalfotos liegen, synchronisiert Lightroom Classic CC lediglich Smart-Vorschauen und keine Originale.
Dazu habe ich mir meinen eigenen Workflow aufgebaut.

Das größte Manko für viele Benutzer scheint jedoch der „Abo-Zwang“ von Adobe zu sein; Lightroom sowie Photoshop gibt es ausschließlich als „Miet-Software“ – Kaufversionen werden nicht mehr angeboten.
Ich sehe den Vorteil darin, dass man so immer die aktuellste Software auf dem Rechner hat.

In diese Lücke versucht Skylum-Software mit dem Produkt Luminar 2018 zu stoßen. Das Programm ist für einmalige €69,- online erhältlich, weitere Kosten fallen zunächst nicht an. Wer, wie ich, noch die alte Luminar-Version besitzt, kann gar für €49,- aufrüsten.

Skylum rührt für das Produkt heftigst die Werbetrommel und stellt Luminar 2018 als die Lightroom-Alternative dar.
Ist sie das auch?
Die Liste der Funktionen ist beeindruckend und geht teilweise weit darüber hinaus, was Adobe in Lightroom anbietet, freilich jedoch nur, was die Bearbeitung angeht. Über ein Bildverwaltungs-Modul verfügt Luminar 2018 bis dato noch nicht, wenngleich es für 2018 in Aussicht gestellt wurde.
Für den Preis, den Skylum für Luminar anbietet, kann man zunächst nicht viel falsch machen.
Nach dem völlig stressfreien Bestellvorgang landet die Software auf dem Rechner des Benutzers. Auf dem Mac geht die Installation wie gewöhnlich kinderleicht, zur Windows-Version kann ich leider nichts sagen.
Nach der Installation ist lediglich der Aktivierungscode einzugeben und schon kann man mit dem Programm arbeiten.

Was zunächst auffällt ist die schiere Auswahl der Filter, die Lightroom nicht bietet und die Möglichkeit, wie in Photoshop, mit Ebenen zu arbeiten. Für einen Großteil der Nutzer entfällt meiner Ansicht somit auch die Verwendung von Photoshop.
Jede Lightroom-Funktion zur Entwicklung von Fotos findet ihr Pendant in Luminar 2018, teilweise sind die Menus zum verwechseln ähnlich angeordnet. Mein erster Eindruck ist jedoch, dass die Regler in Lightroom feiner einzustellen sind, aber das ist sicherliche eine Sache der Gewohnheit.
In Bezug auf die Entwicklung von Fotos kommt man hier genau so schnell zum Ziel, wie in Lightroom.

Luminar 2018 läßt sich übrigens als Plug-In in Lightroom Classic CC einbinden, so dass man hier nur noch die Bilder verwalten muß und in Luminar entwickeln kann. Mehr dazu, wie sich Luminar hier verhält, weiter unten.
Für einen ersten Test habe ich mir eine Aufnahme aus meinem Lightroom-Katalog herausgesucht. Um dieses in Luminar zu entwickeln, geht man auf Datei -> Zusatzmoduloptionen -> zu Luminar 2018 transferieren. Darauf hin öffnet sich Luminar 2018 und man kann mit der Bearbeitung beginnen. Wer Lightroom kennt, wird sich hier heimisch fühlen, insbesondere, wenn man den Arbeitsbereich „Professionel“ öffnet. Vieles erinnert hier an Lightroom.
Die erste Begeisterung kam beim „Accent AI Filter“ auf. Dieser soll das Bild auf Grund künstlicher Intelligenz optimieren, was in der Tat auch beeindruckend funktioniert, wenn man diesen Regler nicht sofort bis zum Anschlag aufdreht.

Nach den grundlegenden Einstellungen war es an der Zeit, etwas tiefer in die Software einzutauchen und die Funktionen zu nutzen, die Lightroom nicht bietet, beispielsweise die Grünverbesserung, eine Crossprocess-Entwicklung, oder den Orton-Effekt. Möchte man den Himmel verstärken, legt man sich einfach eine neue Ebene an und setzt den Polfilter darauf. Alle Bereiche außer den Himmel kann sehr schnell und unkompliziert ausmaskieren. Dieser Vorgang geht jedoch in Lightroom ebenso einfach.
Auf Grund der vielfältigen Filter benötigt man in der Regel keine zusätzlichen Filter, wie beispielsweise die DxO NIK-Collection. Diese lassen sich jedoch auch problemlos in Luminar 2018 einbinden, so dass man sich hier seine Werkezugpalette nach Bedarf anpassen kann.

Bei so vielen positiven Eindrücken gibt es jedoch auch negative Punkte. Den größten Nachteil dieses Produktes sehe ich in erster Linie in dem fehlenden Bildverwaltungsmodul und vor allen Dingen in der Arbeitsgeschwindigkeit des Programmes.
Die neben der Grundbearbeitung verwendeten Funktionen wie Filter und/oder Ebenen haben das Programm deutlich verlangsamt, insbesondere, wenn man abschließende die fertige Bearbeitung schärfen und das Rauschen entfernen möchte. Weiterhin halte ich diese beiden Parameter für nicht so effektiv wie in Lightroom. Auch das Generieren von Vorschauen für bestimmte Effekte (LUT’s, Crossprocessing) gerät bisweilen zur Tortur; die Vorschauen bauen sich nur äußerst zögerlich auf. Bei anderen Effekten wie DxO NIK-Collection oder DxO Filmpack ist die Geschwindigkeit beim Aufbauen der Vorschauen deutlich höher und die Programme laufen weitaus flüssiger.
Auf Grund der fehlenden Bildverwaltung kann man immer nur ein Bild bearbeiten und dieses jeweils in ein anderes Format speichern (.jpg, .tiff, etc.) oder auf einem sozialen Netzwerk teilen. Eine Funktion für mehrere Bilder ist hier nicht vorgesehen.

Hat man ein Foto bearbeitet, so kann man dieses im eigenen Luminar-Format auf der Festplatte speichern.
Aus einem 36,6 MB RAW-Foto wird eine 11,2 MB große .lmnr-Datei. Beide Dateien existieren nebeneinander auf der Festplatte.
In Zeiten immer mehr schrumpfender Festplattenpreise ist das auf den ersten Blick kein K.O.-Kriterium. Mein Lightroom-Katalog hat eine Größe von knapp 650 GB – da kann man jedoch schnell ausrechnen, um wieviel größer der Festplattenbedarf wird, wenn man Luminar benutzt. Lightroom speichert diese Änderungen in einer sogenannten “Sidecar”-Datei mit der Endung .xmp, die in diesem Fall nur 12 KB klein ist. Diese “Sidecar”-Dateien haben zudem den Vorteil, dass man die in Lightroom durchgeführten Änderungen auch in anderen RAW-Konvertern sehen kann, wie beispielsweise DxO Photo Lab.

In der Disziplin Geschwindigkeit ist Lightroom, sowohl in der CC-Variante als auch in der Classic-Variante, dem Produkt von Skylum um Meilen voraus. So praktisch es ist, eine komplette Bildbearbeitung, nicht nur Entwicklung, in Luminar durchzuführen so hinderlicher ist die mangelnde Geschwindigkeit des Programmes.
Skylum gibt als Mindestvoraussetzungen für einen Mac einen Intel 64-bit Core2Duo und 8GB RAM an; ich halte diese Aussage für nicht gerechtfertigt.
Mein iMac late 2015 mit einem 3,3 GHz Intel Core i5 und 8GB DDR3-RAM ging bei extensivem Einsatz diverser Filter und Masken schon heftig in die Knie, so dass minutenlang keine Reaktion erfolgt. Dieses Phänomen ist weder bei Lightroom noch bei Photoshop zu beobachten, wenn auch meine 8GB RAM-Ausstattung zuweilen ihren Tribut zollen, jedoch nie in einem”Einfrieren” des Programmes oder der gesamten Benutzeroberfläche.

Ein weiterer, gravierender Nachteil tritt zu Tage, wenn man aus Lightroom heraus Luminar als Plug-In nutzt, um Fotos zu bearbeiten. Zur Bearbeitung akzeptiert Luminar die Formate .psd, .tiff und .jpg.
Wählt man .psd oder .tiff und bearbeitet darin das Bild, werden bei der Speicherung in Lightroom sämtliche Metadaten aus dem Bild entfernt! Danach ist keine Sortierung in Lightroom, beispielsweise nach Aufnahmedatum, Kamera- oder Objektivtyp mehr möglich. Lediglich bei der Bearbeitung im .jpg-Format bleiben sämtliche Metadaten erhalten. Um die Metadaten des betreffenden Bildes zu erhalten, kann man sich damit behelfen, das Bild vor der Bearbeitung in Photoshop zu exportieren und Luminar von dort als Plug-In in die Bearbeitung einbinden. Für professionelle Anwender ist das in meinen Augen ein absolutes K.O.-Kriterium!

Aus diesen Gründen stellt Luminar 2018 für mich derzeit keine echte Alternative zu Lightroom dar, insbesondere auf Grund der Cloud-Anbindung. Nicht zu unterschätzen ist gerade für Fotografen, die selten Bilder entwickeln und bearbeiten möchten, die Preisgestaltung. Hier hat Luminar 2018 eindeutig die Nase vorn, wobei es jedoch abzuwarten bleibt, wie Skylum sich hier bei künftigen Updates verhalten wird. Diesbezüglich ist man bei Adobe auf der sicheren Seite.

Luminar will mehr können als Lightroom und Photoshop für einige Anwender obsolet machen. Die Ansätze, die das Programm bietet, sind hervorragend, so mancher Lightroom-Anwender würde sich über zusätzliche Filter und echte Ebenen freuen.
Die fehlende Bildverwaltung, das unprofessionelle Plug-In-Handling und die langsame Arbeitsgeschwindigkeit sind jedoch Punkte, mit denen Skylum noch in die Liga für ambitionierte Hobbyanwender und/oder professionellen Anwendern aufschliessen muss.

Luminar auf der Homepage von Skylum

Mein Lightroom Creative Cloud Workflow

Im Oktober 2017 hat Adobe ein “Mega-Update” der Software Lightroom ausgerollt. Dabei herrschte zunächst etwas Konfusion, da es auf einmal zwei Lightroom-Varianten gab; zum einen Lightroom CC und Lightroom CC Classic.
Wo, bitteschön, ist da jetzt der Unterschied?

Lightroom CC Classic ist der Nachfolger der bisherigen Lightroom-Version und Lightroom CC ist von Grund auf neu programmiert. Die Version Lightroom CC Classic ist ohne Cloud, also auf herkömmlichen Computern nutzbar. Lightroom CC nutzt ausschließlich die Cloud. In Lightroom CC werden alle Bilder, die man importiert, in die Cloud hochgeladen und sind von dort praktisch überall “erreichbar” – über ein Webinterface und mobile Apps für iOS und Android.

Leider ist Lightroom CC in den Funktionen nur eine abgespeckt Variante von Lightroom CC Classic. Man kann keine Fabrmarkierungen vergeben, es gibt kein Kartenmodul, es gibt keine Smartsammlungen und man kann keine Plug-Ins, weder zur Bearbeitung noch zum Exportieren/Teilen einbinden. Es besteht lediglich die Möglichkeit, ein Bild auszuwählen und diese in Photoshop zu bearbeiten. Weiterhin kann man ausgewählte Fotos auch auf die Festplatte exportieren. Ausserdem sind die Bearbeitungsfunktionen nicht auf dem Stand von Lightroom CC Classic, insbesondere, was die Maskierungsfunktionen wie linearer Verlauf, radialer Verlauf und Pinsel anbelangen. In Lightroom Classic CC gibt es seit neuestem auch die Option, bei diesen Luminanz oder Farbbereiche auszuwählen, was die Arbeit bei der Entwicklung der RAW-Dateien nochmals enorm erleichtert.

Alle Versionen gibt es nicht mehr als Kaufversion, sondern nur noch im Abo-Model. Darin enthalten sind 20GB Cloud-Speicher, Kostenpunkt: €119,28 pro Jahr.
Das ist im Zeitalter von 128GB Speicherkarten für Digitalkameras äußerst bescheiden, um es höflich auszudrücken.
Man kann jedoch den Cloud-Speicher erweitern. 1TB Cloud-Speicher kosten pro Jahr €178.98. Die Preise nehmen wir mal einfach so hin, das Internet ist voll von Diskussionen über pro und Contra, doch das soll hier nicht Gegenstand dieses Beitrages sein.

Wie bekomme ich meinen ganzen Kram jetzt in die Cloud?
Spätestens an dem Punkt fängt die ganze Geschichte an, etwas kompliziert zu werden. Wer denkt, dass er/sie jetzt einfach die neuen Versionen der Software installiert und alles bewegt sich wie von Geisterhand in die Cloud, ist leider schief gewickelt. Ein wenig mehr Aufwand ist es schon.

Dazu muss man wissen, dass beide Lightroom Versionen unterschiedlich auf die Cloud zugreifen.
Wie bereits erwähnt, ist das am einfachsten in Lightroom CC. Bilder importieren, diese einem Album zuweisen und fertig ist die Laube. Alle neuen Bilder werden in einem zuvor festgelegten Album importiert und in der Cloud gespeichert. Sobald der Upload beendet ist, kann ich auf allen Geräten auf die Original-Dateien zugreifen.

Unter Lightroom Classic CC ist der Zugriff auf die Cloud jedoch eingeschränkt.
Grundsätzlich werden nur Sammlungen mit der Cloud synchronisiert (entspricht den Alben In Lightroom CC) und es werden von hier aus nur Smart-Vorschauen in die Cloud geladen, keine Originale. Diese sind über die an die Cloud angeschlossenen Geräte jedoch mit den jeweiligen Mitteln vollständig bearbeitbar.

Was ist nun zu tun, um BEIDE Versionen von Lightroom gleichberechtigt zu nutzen? In meinem Fall habe ich Lightroom Classic CC auf meinem iMac installiert. Der Katalog liegt auf der Festplatte des iMac, die dazugehörigen Originaldateien auf einer externen Festplatte. Unterwegs möchte ich Aufnahmen aus meiner Canon 80D sofort bearbeiten und in die Cloud hochladen, um diese zu Hause weiterzuarbeiten.

Der Lösungsansatz ist folgender:

Migration heißt das Zauberwort. Zunächst muss man in Lightroom Classic CC einige Vorbereitungen treffen. Der Katalog sollte als erstes optimiert und gesichert werden. Alle Aufnahmen sind bei mir in Lightroom Classic CC ordnerbasiert auf der Festplatte gespeichert. Zu jedem dieser Ordner habe ich eine Sammlung erstellt, so dass dadurch meine Ordnerstruktur in Lightroom CC ihren Pendant hat. Diese Sammlungen erscheinen in Lightroom CC als Alben. Diese Terminologie sorgt übrigens für weitere Verwirrung.

In Lightroom CC muß man nun den kompletten Katalog „migrieren“. Dadurch werden alle in dem ausgewählten Katalog vorhandenen Originaldateien in die Cloud transferiert. Die zuvor erstellten Sammlungen erscheinen als Alben in Lightroom CC. Innerhalb dieser Alben kann man in Lightroom CC übrigens auch Unterordner anlegen, die in der Classic-Variante dem Sammlungssatz entsprechen. Wer jetzt meint, dass Lightroom CC die so geschaffene Alben-Struktur in der Classic-Variante gleichermassen synchronisiert, sieht sich enttäuscht. Diese erscheinen als einzelnge Ordner in der Sammlung „von LR mobile“.

Nun kann die Synchronisation starten. In Lightroom CC wählt man unter Datei den Menu-Punkt „Lightroom Katalog migrieren“. Man wählt in einem Auswahldialog den betreffenden Katalog aus und startet die Synchronisierung.

Bei mir waren zum Zeitpunkt der Migration ca. 27.000 Fotos im RAW-Format im Katalog; dementsprechend verhält es sich mit der Synchronisation wie mit Wagners „Ring der Nibelungen“ – es zieht sich. Am besten macht man bei diesem Volumen einen ausgedehnten Wochenendtrip.

Anschließend hat man jedoch seinen gesammten Katalog in der Cloud und kann von allen angeschlossenen Geräten auf die Original (RAW)-Dateien zugreifen. Mit den entsprechenden Varianten von Lightroom CC bin ich so in der Lage, auf alle Dateien auf dem iPhone, dem iPad und auf dem MacBook zuzugreifen und diese jeweils dort zu bearbeiten. Die Synchronisation erfolgt umgehend. Sogar für das Apple-TV gibt es eine Lightroom Version, der jedoch „nur“ die Anzeige von Fotos möglich ist.

Nun sind die Bearbeitungsfunktionen in beiden Lightroom-Varianten nahezu deckungsgleich, bis auf ein paar Ausnahmen, die Verwaltungsfunktionen sind in Lightroom CC jedoch nur rudimentär. Ebenso die Export-Funktionen. Hier kann man lediglich das Original+Einstellungen oder JPG exportieren. Ebenfalls kann man in der CC Version keine Plug-Ins einbinden (weder zur Bearbeitung noch zur Verwaltung).
Lediglich nach Photoshop kann man ein Bild transferieren, wo jegliche Möglichkeiten offen stehen.

Da ich jedoch BEIDE Versionen nutzen will, muß man sich an ein paar „Spielregeln“ halten.
Ich importiere zunächst meine Fotos auf den Mac, da ich meine Fotos grundsätzlich mit GPS-Daten versehe, was Lightroom CC nicht beherrscht (nur in der Anzeige). Wer das nicht benötigt, springt bitte zum nächsten Absatz. Der Import geschieht mit der App „Digitale Bilder“, womit die Dateien zunächst auf der lokalen Festplatte landen. Danach füge ich mit Geotags Photos Pro die zuvor aufgezeichneten GPS-Daten in die Fotos ein.

Abschließend werden die Fotos über die Import-Funktion in Lightroom CC importiert.
Dabei kann man festlegen, ob die Fotos sofort einem Album zugeordnet werdern sollen oder ob sie erst einmal „nur“ in die Cloud geschoben werden sollen. Lightroom CC speichert auf der lokalen Festplatte nur zwischen, es werden keine Originale behalten. Diese wandern ausschließlich in die Cloud.
Bei meinem MacBook mit 256GB SSD ein nicht zu unterschätzender Vorteil!

Die Auswahl der Bilder erfolgt mittels Sterne-Wertung oder mit der Markierung „ausgewählt“ oder „abgelehnt“. Farbmarkierungen gibt es in der CC-Version leider nicht.
Danach erfolgt eine rudimentäre Entwicklung der Bilder. Währenddessen erfolgt bereits automatisch der Upload in die Cloud. Beim Mac erfolgt der Upload (und analog auch der Download) auch dann, wenn das Gerät im Ruhezustand ist, bzw. das MacBook zugeklappt ist. Die Anbindung an die Adobe-Cloud ist nach meiner bisherigen Erfahrung absolut störungsfrei und sehr zügig, wobei es hier natürlich immer auf die jeweilige Bandbreite der Internetverbindung ankommt.

Wenn ich nun Lightroom CC Classic öffne, werden alle neuen Fotos auf die Festplatte geladen. In den Einstellungen muß man vorher einen Download-Ordner des CC-Ökosystems benennen. Bei mir ist es der Ordner auf der Festplatte, wo sich alle Originale befinden.
Das zuvor in CC angelegte Album befinden sich nun in der Sammlung „Von LR mobile“; die Originaldateien befinden sich nun zunächst im obersten Ordner meiner Originaldateien.
Nun ziehe ich die Sammlung aus „Von LR mobile“ in meine Sammlungen hinein, markiere dort alle Fotos, gehe in den Reiter Ordner und lege mir dort einen neuen Ordner auf der Festplatte an, in den die synchronisierten Dateien verschoben werden. Der letzte Schritt ist nicht zwingend erforderlich, aber man bekommt somit Ordnung in die hierarchische Struktur des Ordners im Dateisystem.

In Lightroom Classic CC habe ich fortan alle Orginaldateien wieder zur Verfügung und kann sie mit den dortigen Werkzeugen oder mit Plug-Ins tiefgreifender bearbeiten.
Somit erfüllt dieses System, trotz des etwas gestiegenerm Arbeitsuafwand zwei Ziele:
Ich kann in Lightroom Classic CC Originale bearbeiten, egal von welcher Stelle aus sie ihren Weg in die Cloud gefunden haben und ich habe nebenbei ein Backup meiner Originale in der Cloud, falls es zu Hause zu einem Festplattendefekt kommt.

Für mich stehen Aufwand und Nutzen somit in einem gesunden Verhältnis.

Adobe Creative Cloud für Fotografen

DxO NIK-Collection

Der heutige Software-Tipp, die NIK-Collection, ist ein alter Bekannter unter den Photoshop- und Lightroom Filtern. Die Plug-Ins haben eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Anfangs kostenpflichtig, wurde die NIK-Softwareschmiede 2012 von Google übernommen und zunächst kostenpflichtig  weitergeführt. Wenig später wurden diese gratis vertrieben und die Entwicklung wurde eingestellt.
Im Jahr 2017 übernahm die französische Firma DxO die Plug-Ins. Damit endete auch der Gratis-Vertrieb der Plug-Ins.
DxO passte die Plug-Ins an die aktuellen Computer-Betriebssysteme und Bildbearbeitungsprogrammme (Lightroom CC Classic, Photoshop CC, Affinity Photo) an, fügte einen viersprachigen Support hinzu (darunter deutsch) und vertreibt diese Plug-Ins nun auf ihrer Homepage für €69,-. Darüber hinaus stellt DxO in Aussicht, dass die Software weiterentwickelt wird.

Ich nutze seit einigen Jahren die kostenlose Google-Version auf meinen Macs. Im Laufe der Zeit schlichen sich jedoch Performance-Probleme ein, die teilweise zum Absturz der Plug-Ins führten und so die vorangegangene Arbeit zunichte machten. Deshalb entschloß ich mich, das Einführungsangebot der Firma DxO anzunehmen und die Plug-Ins für €49,- zu erwerben.
Zunächst folgte eine Ernüchterung, denn am Erscheinungsbild hat sich überhaupt nichts geändert. Die Stabilität und Performance auf meinen Macs hat sich jedoch deutlich erhöht; bis dato konnte ich keinen Absturz verzeichnen.

Was kann die DxO NIK-Collection nun und lohnt sich die Investition?
Zunächst einmal die Plug-Ins im einzelnen:

Analog Efex ProColor Efex ProDfineHDR Efex ProSharpener ProSilver Efex ProViveza
Mit diesem Filter wird der typische Look verschiedener Analogfilme simuliert. Man kann beispielsweise aus verschiedenen Filmtypen auswählen, Kratzer und Fotoplatten hinzufügen, sogar Mehfachbelichtungen sind möglich.
Neben Filtern für Farbkorrekturen bietet dieses Plug-In Möglichkeiten zur Retusche und kreative Effekte wie Cross-Processing und Infrarotfilme.
Unter Berücksichtigung der Besonderheiten jeder Kamera reduziert Dfine das Bildrauschen.
Wie der Name es vermuten lässt, ist HDR Efex Pro der Spezialist für HDR-Bilder. Mit verschiedenen Voreinstellungen lassen sich die unterschiedlichsten Effekte erzielen.
Das Plugin vereinfacht das Schärfen von Bildern. Es gibt zwei Module, den RAW-Presharpener, den man vor der Bearbeitung anwenden sollte und den Output-Sharpener, der am Ende jeder Bearbeitung mit der Software stehen sollte
Der Spezialist für Schwarzweiß-Aufnahmen orientiert sich von der Arbeitsweise an Dunkelkammer-Korrekturen und bietet dazu eine Vielzahl an Emulationen alter Schwarz-weiß Filme an.
Für globale und lokale Anpassungen der Farbe und Tonalität ist diese Plug-In zuständig.

Besonders beliebt in der Nik Collection ist die Arbeit mit Kontrollpunkten. Bei diesen Kontrollpunkten kann man mit wenigen Klicks verschiedene Einstellung an ähnlichen Bereichen im Bild  verändern. Dazu zählen zum Beispiel Helligkeit, Kontrast, Weißabgleich, oder gar Farbveränderungen mittels RGB Slider. Das spart bei der Bearbeitung Zeit, da man komplett ohne Masken, bzw. Maskierungen auskommt.

Natürlich kann man all diese Dinge auch in Photoshop manuell erledigen. In der NIK-Collection kann man vorgefertigte Presets und Stile auswählen und diese entweder auf das komplette Bild oder mittels der Kontrollpunkte auf einzelne Bildbereiche anwenden. Der große Vorteil ist, dass der Anwender sich nicht mit Masken, bzw. Maskierungen in Photoshop beschäftigen muss. Das ist nicht nur für Einsteiger sinnvoll, sondern auch für fortgeschrittene  Anwender. Setzt man die Filter sinnvoll und mit Bedacht ein, kommt man hier sehr schnell zu hervorragenden Ergenissen. Insbesondere das Modul „Color Efex Pro“ bietet hier reichhaltige Möglichkeiten. Mit wenigen Einstellungen kann man damit einiges aus (auch in Lightroom entwickelten Fotos) herausholen. Im Bild unten siehst Du eine vorher/nachher Bearbeitung  it der DxO  NIK-Collection.

Die Bearbeitung sollte nach Möglichkeit immer subtil erfolgen. Schnell gerät man hier in Versuchung, das Bild zu „verschlimmbessern“.

Zurück zur Ausgangsfrage, ob sich die kostenpflichtige Version von DxO lohnt. Ich denke, es lohnt sich alleine schon aus oben genannten Performanceverbesserungen und der Tatsache, dass der Quellcode neu geschrieben wurde, um die Software auch auf aktuellen Systemen (Win/Mac) und mit den aktuellen Versionen der beliebtesten Bildbearbeitungsprogramme zu nutzen, allen voran Affinity Photo, das für immer mehr Anwender zur Alternative des nur noch im Abo erhältlichen Photoshop entwickelt.
€69,- sind dafür meines Erachtens nach nicht Zuviel verlangt, vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass diese Plug-In Sammlung vor einigen Jahren noch knapp €500,- gekostet hat.  Ich benutze sowohl in Lightroom als auch in Photoshop kaum Filter oder Presets, doch die DxO NIK-Collection gehört nach wie vor zu meinen Favoriten.

Homepage der DxO NIK-Collection

Was taugen Reisezoom-Objektive?

Vor ein paar Tagen bin ich in einer Werbeanzeige auf ein “Hammer-Angebot” aufmerksam geworden. Ein namhaftes Fotofachgeschäft im Großraum Düsseldorf rührte die Werbetrommel für eine digitale Canon Einsteiger-Speigelreflexkamera (DSLR) mit einem “Objektiv für alle Fälle”. Es war ein Reisezoom- oder Superzoomobjektiv mit einer Brennweite von 18-400mm.
So weit so gut, ich brauche also zu meiner DSLR nur EIN Objektiv und werde Fotos in der Profiliga schießen.

Dem ist leider beim besten Willen nicht so!
Grundsätzlich hat ein Reise- oder Superzoom-Objektiv zunächst einige Vorteile. Es ist leicht, es ist preiswert und es hat einen riesigen Brennweitenbereich, bei dem ich es vermeide, das Objektiv zu wechseln.
Auf Reisen ist das zuweilen recht nützlich; je nachdem, wo man sich bewegt, ist es aus vielerlei Gründen nicht möglich, eine umfasssende Auswahl an Objektiven mitzuführen. Diese Objektive sind meistens in einem Preisbereich zwischen 300 und 600 Euro zu erwerben, was den Geldbeutel neben einem Kamerakauf sehr schont.
Der gewichtigste Grund scheint zu sein, dass man vermeidet, das Objektiv zu wechseln. Ich habe schon Verkäufer sagen gehört, dass das sogar den Sensor der Kamera schont, weil dieser dann nicht verdrecken würde.

Meiner Meinung nach sprechen diese Gründe zunächst einmal überhaupt nicht dafür, sich eine Spiegelreflex-Kamera zuzulegen. Hier ist man mit einer Bridge-Kamera (fest verbautes Objektiv) weitaus besser bedient! Zum Wesen einer (digitalen) Spiegelreflexkamera gehört meiner Ansicht nach die Tatsache, dass diese einen Anschluß für Wechselobjektive bietet. Diesen Vorteil gilt es zu nutzen.

Der gravierendste Nachteil solcher Reise- oder Superzoomobjektive wird nämlich häufig verschwiegen.
Die Bildqualität ist einfach lausig!
Gut, dafür haben wir ja die oben genannten Vorteile. Ich denke, dass jemand, der nur “knipsen” möchte, mit einer Bridge- oder Kompaktkamera weitaus besser bedient ist. Damit lassen sich tatsächlich hervorragende Fotos machen. Denn es kommt nicht darauf an, was man für eine Kamera hat, sondern was man daraus macht.
Dennoch ist die Bildqualität dieser Reise- oder Superzoomobjektive meist bescheiden.
Das hat zunächst physikalische Gründe. Grundsätzlich sind Zoomobjektive nicht schlecht, die allgemeingültige Regel lautet jedoch, dass der Zoomfaktor allerhöchstens 4 betragen sollte. Bei den Reise- und Superzooms liegt der Faktor zwischen 13 und 22!
In Bezug auf die Lichtstärke darf man ebenfalls keine Wunder erwarten. Die Objektive haben gewöhnlich eine variable Lichtstärke zwischen f3.5 am Weitwinkel und f6.3 am Tele. Damit lassen sich keine zufriedenstellenden Freistellungseffekte erzielen, was bedeutet, dass man nicht kreativ fotografieren kann.
Weiterhin ist die Naheinstellgrenze dieser Objektive meist sehr hoch, so dass man nicht nahe genug an das Objekt kommt, was insbesondere im Weitwinkelbereich fatal sein kann.

Fairerweise muss ich eingestehen, dass ich einige Jahre selbst ein solches Reisezoomobjektiv genutzt habe, das Tamron 18-200mm. Es überwogen für mich die Vorteile, die ich oben genannt hatte.
Da ich mich im Laufe der Zeit jedoch immer mehr mit der Fotografie auseinandergesetzt habe, kamen mir mehr und mehr Zweifel an der Bildqualität dieses Objektivs. Mit der Zeit kamen immer mehr spezielle Objektive dazu, mehr darüber erfährst Du im Menu Ausrüstung.
Doch was tun, wenn man anspruchsvolle Fotos machen möchte und trotzdem nicht viel Geld ausgeben  möchte?

Als Canon-Benutzer kann ich dazu neben dem 18-55mm Kit-Objektiv das 55-250mm f4.0-f5.6 Teleobjektiv empfehlen. Es ist für ca. 270 erhältlich. Natürlich sind auch diese keine Wunderwerke der Lichtstärke.

Wenn man bereit ist, ca. 1.000 Euro zu investieren, bekommt man eine deutlich bessere Bildqualität.
Hier gibt es für mich zwei Empfehlungen:
Das Sigma 17-70mm f2.8-f4.0 mit Bildstabilisator für knapp 400 Euro und das Tamron 70-200 f2.8 Di SP Macro für knapp 600 Euro.
Letzteres ist weder ein ausgewachsenes Macro-Objektiv, noch verfügt es über einen Bildstabilisator. Dafür ist es für die Lichtstärke konkurrenuzlos günstig.
Diese beiden letztgenannten Objektive sind für mich ein Quantensprung in Sachen Bildqualität zu allen vorgenannten Objektiven.
Das Sigma 17-70mm ersetzt bei mir das Kit-Objektiv 18-55mm. Es bildet nach meiner Empfindung deutlich schärfer ab und verfügt über eine höhere Lichtstärke. Selbst am Tele-Ende bei 70mm lassen sich bei Blende 4 noch ordentliche Freistellungseffekte erzielen, was auch mit einer Naheinstellgrenze von 22cm zusammenhängt.
Mit dem Tamron 70-200mm kann man selbst an einer APS-C Kamera hervorragend Portraits und Tieraufnahmen machen. Mit der Linse kann man auf Grund der durchgängigen Blende von 2.8 sehr schön freistellen. Allerdings benötigt das Objektiv auf Grund des fehlenden Bildsatbilisators einiges an Erfahrung.

Das wichtigste ist an einer Spiegelreflexkamera in erster Linie die verwendete Optik, in zweiter Linie erst die Kamera an sich . Aus diesem Grund sollte man an der Optik nicht sparen.

 

Geotag Photos Pro 2

Diejenigen unter Euch, die keine GPS-fähige Kamera haben, kennen das Problem. Man ist den ganzen Tag mit der Kamera unterwegs, schießt wunderschöne Fotos und am Ende des Tages weiß man nicht mehr, wo das Foto gemacht wurde.  Da ich ein großer Fan von Geotags bin, ist das bisweilen etwas schwierig.

Doch es gibt, wie für fast alles im Leben, eine App. Diese findet sich im iOS-App-Store und hört auf den Namen Geotag Photos Pro 2 und stammt von dem tschechischen Entwickler TappyTaps s.r.o.
Diese App ist im Prinzip ein simpler GPS-Tracker. Zunächst synchronisiert man die Uhrzeit der Kamera mit der in der App. Startet man nun zu einer Fotosession, legt man in der App eine neue Strecke an. Die App zeichnet nun den Weg auf, den man geht oder fährt. Ist die Fotosession beendet, so drückt man einfach auf “Stop”. Anschließend kann man die GPS-Datei in die iCloud, zur Dropbox oder nach Google Drive hochladen.
Lädt man anschließend die Fotos in Lightroom, kann man ganz einfach die GPS-Datei aus der betreffenden Quelle herunterladen.

Alternativ kann man die zuvor aufgezeichnete GPS-Datei auch in die Geotag-Cloud hochladen. Auf der Homepage von Geotag kann man sich eine kleine App (Mac, Windows, Linux) herunterladen, in der man zunächst den Ordner mit den importierten Fotos auswählt. Das Programm gleicht dann die Aufnahmezeiten aus den EXIF-Daten ab und lädt automatisch die entsprechenden Geotags dazu. Alternativ kann man auch die zuvor in andere Cloud-Dienste hochgeladen GPS-Dateien einfügen.

Alles in allem eine sehr kommode Lösung, um Euren Fotos Geotags hinzuzufügen. Die App kann man kostenlos im iOS-App-Store laden; damit kann man maximal drei Strecken aufzeichnen. Um eine unlimitierte Anzahl von Strecken zu verwalten, werden €8,99 fällig.

Und nun die Gretchenfrage: Wie sieht es mit dem Stromverbrauch aus? Auf meinem iPhone 7 gibt sich die App sehr genügsam. Ein ganzer Tag damit unterwegs und es sind immer noch min.40% Akkuladung vorhanden. Die App gibt es auch für die Android-Fraktion, aus Mangel an Geräten kann ich nichts zu dem Stromverbrauch auf Geräten mit Android-Betriebssystem sagen.

Hier könnt Ihr die App für iOS herunterladen:

Geotag Photos Pro 2
Geotag Photos Pro 2
Geotag Photos Pro 2
Entwickler:
Preis: Kostenlos+