Was taugen Reisezoom-Objektive?

Vor ein paar Tagen bin ich in einer Werbeanzeige auf ein “Hammer-Angebot” aufmerksam geworden. Ein namhaftes Fotofachgeschäft im Großraum Düsseldorf rührte die Werbetrommel für eine digitale Canon Einsteiger-Speigelreflexkamera (DSLR) mit einem “Objektiv für alle Fälle”. Es war ein Reisezoom- oder Superzoomobjektiv mit einer Brennweite von 18-400mm.
So weit so gut, ich brauche also zu meiner DSLR nur EIN Objektiv und werde Fotos in der Profiliga schießen.

Dem ist leider beim besten Willen nicht so!
Grundsätzlich hat ein Reise- oder Superzoom-Objektiv zunächst einige Vorteile. Es ist leicht, es ist preiswert und es hat einen riesigen Brennweitenbereich, bei dem ich es vermeide, das Objektiv zu wechseln.
Auf Reisen ist das zuweilen recht nützlich; je nachdem, wo man sich bewegt, ist es aus vielerlei Gründen nicht möglich, eine umfasssende Auswahl an Objektiven mitzuführen. Diese Objektive sind meistens in einem Preisbereich zwischen 300 und 600 Euro zu erwerben, was den Geldbeutel neben einem Kamerakauf sehr schont.
Der gewichtigste Grund scheint zu sein, dass man vermeidet, das Objektiv zu wechseln. Ich habe schon Verkäufer sagen gehört, dass das sogar den Sensor der Kamera schont, weil dieser dann nicht verdrecken würde.

Meiner Meinung nach sprechen diese Gründe zunächst einmal überhaupt nicht dafür, sich eine Spiegelreflex-Kamera zuzulegen. Hier ist man mit einer Bridge-Kamera (fest verbautes Objektiv) weitaus besser bedient! Zum Wesen einer (digitalen) Spiegelreflexkamera gehört meiner Ansicht nach die Tatsache, dass diese einen Anschluß für Wechselobjektive bietet. Diesen Vorteil gilt es zu nutzen.

Der gravierendste Nachteil solcher Reise- oder Superzoomobjektive wird nämlich häufig verschwiegen.
Die Bildqualität ist einfach lausig!
Gut, dafür haben wir ja die oben genannten Vorteile. Ich denke, dass jemand, der nur “knipsen” möchte, mit einer Bridge- oder Kompaktkamera weitaus besser bedient ist. Damit lassen sich tatsächlich hervorragende Fotos machen. Denn es kommt nicht darauf an, was man für eine Kamera hat, sondern was man daraus macht.
Dennoch ist die Bildqualität dieser Reise- oder Superzoomobjektive meist bescheiden.
Das hat zunächst physikalische Gründe. Grundsätzlich sind Zoomobjektive nicht schlecht, die allgemeingültige Regel lautet jedoch, dass der Zoomfaktor allerhöchstens 4 betragen sollte. Bei den Reise- und Superzooms liegt der Faktor zwischen 13 und 22!
In Bezug auf die Lichtstärke darf man ebenfalls keine Wunder erwarten. Die Objektive haben gewöhnlich eine variable Lichtstärke zwischen f3.5 am Weitwinkel und f6.3 am Tele. Damit lassen sich keine zufriedenstellenden Freistellungseffekte erzielen, was bedeutet, dass man nicht kreativ fotografieren kann.
Weiterhin ist die Naheinstellgrenze dieser Objektive meist sehr hoch, so dass man nicht nahe genug an das Objekt kommt, was insbesondere im Weitwinkelbereich fatal sein kann.

Fairerweise muss ich eingestehen, dass ich einige Jahre selbst ein solches Reisezoomobjektiv genutzt habe, das Tamron 18-200mm. Es überwogen für mich die Vorteile, die ich oben genannt hatte.
Da ich mich im Laufe der Zeit jedoch immer mehr mit der Fotografie auseinandergesetzt habe, kamen mir mehr und mehr Zweifel an der Bildqualität dieses Objektivs. Mit der Zeit kamen immer mehr spezielle Objektive dazu, mehr darüber erfährst Du im Menu Ausrüstung.
Doch was tun, wenn man anspruchsvolle Fotos machen möchte und trotzdem nicht viel Geld ausgeben  möchte?

Als Canon-Benutzer kann ich dazu neben dem 18-55mm Kit-Objektiv das 55-250mm f4.0-f5.6 Teleobjektiv empfehlen. Es ist für ca. 270 erhältlich. Natürlich sind auch diese keine Wunderwerke der Lichtstärke.

Wenn man bereit ist, ca. 1.000 Euro zu investieren, bekommt man eine deutlich bessere Bildqualität.
Hier gibt es für mich zwei Empfehlungen:
Das Sigma 17-70mm f2.8-f4.0 mit Bildstabilisator für knapp 400 Euro und das Tamron 70-200 f2.8 Di SP Macro für knapp 600 Euro.
Letzteres ist weder ein ausgewachsenes Macro-Objektiv, noch verfügt es über einen Bildstabilisator. Dafür ist es für die Lichtstärke konkurrenuzlos günstig.
Diese beiden letztgenannten Objektive sind für mich ein Quantensprung in Sachen Bildqualität zu allen vorgenannten Objektiven.
Das Sigma 17-70mm ersetzt bei mir das Kit-Objektiv 18-55mm. Es bildet nach meiner Empfindung deutlich schärfer ab und verfügt über eine höhere Lichtstärke. Selbst am Tele-Ende bei 70mm lassen sich bei Blende 4 noch ordentliche Freistellungseffekte erzielen, was auch mit einer Naheinstellgrenze von 22cm zusammenhängt.
Mit dem Tamron 70-200mm kann man selbst an einer APS-C Kamera hervorragend Portraits und Tieraufnahmen machen. Mit der Linse kann man auf Grund der durchgängigen Blende von 2.8 sehr schön freistellen. Allerdings benötigt das Objektiv auf Grund des fehlenden Bildsatbilisators einiges an Erfahrung.

Das wichtigste ist an einer Spiegelreflexkamera in erster Linie die verwendete Optik, in zweiter Linie erst die Kamera an sich . Aus diesem Grund sollte man an der Optik nicht sparen.

 

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Neues Teleobjektiv

Was ist eigentlich ein Teleobektiv?
Als Standardteleobjektive gelten Objektive mit einer Brennweite zwischen etwa 135 und 200 mm. Geläufig sind auch 70-300mm Objektive, diese gibt es von diversen Herstellern. Damit läßt sich schon allerhand anstellen.  Doch reicht das? Die Frage stellte ich mir mit meinem 70-300mm Objektiv bei einem Zoo-Besuch.
Hier gilt: Entweder sind die Viecher zu klein oder zu weit weg, im schlimmsten Fall beides. Hier kommt schnell der Wunsch nach etwas mehr Brennweite auf. Für alle, die davon den Kanal jedoch nicht vollkriegen, gibt’s da immer noch ein wenig mehr.  Schaut man sich beispielsweise bei Canon um, dann vergeht einem jedoch schnell die Lust daran – Objektive im Wert eines gut ausgestatteten Kleinwagens sind hier Standard.

Möchte man jedoch ein sexy Objektiv und eine Mörder-Brennweite haben, gleichwohl jedoch trotzdem nicht gleich Haus und Hof verkaufen, kommt man zum Tamron SP 150 – 600mm / 5 – 6,3 Di VC USD.
Quasi so, als ob man in den 70/80er-Jahren Opel gefahren wäre …
Richtig gelesen, satte 600mm Brennweite, das ganze verteilt auf stolze 2 kg Objektiv und käuflich zu erwerben für freundliche €795,- – erneut beim Fotofachhändler meines Vertrauens, Foto Leistenschneider in Krefeld.

Bei den Ausmaßen des Objektives (knapp 11cm Durchmesser und knapp 26  cm Länge im eingefahren Zustand) vermutet man zunächst, dass das Teil der Begierde unter das Kriegswaffenkontrollgesetz fällt oder dass man einen Waffenschein benötigt oder optional noch Munition dazu kaufen muss. Zudem hat man das Gefühl, nicht das Objektiv an die Kameras schrauben, sondern die Kamera an das Objektiv.
Aber keine Bange, mit dem Teil kann man nur fotografieren und das hervorragend, gleichwohl man nicht geneigt ist, sich bei einer Blende von 5-6,3 vor Begeisterung auf den Rücken zu schmeissen.
Das Objektiv verfügt jedoch über einen ganz hervorragenden Bildstabilisator, bei Tamron VC (Vibration Control) gennant. Bei einer ruhigen Hand gelingen dabei offenblendig auf 600 mm (f6.3) mit 1/160 sec. Belichtungszeit noch scharfe Bilder. Ein weiteres, nettes Feature ist die Einstellung des Autofokus wahlweise auf den vollen Bereich oder auf 15m. Das erspart bei etwas näheren Objekten schon einmal das Hin-un Her des Autofokus auf ein erträgliches Maß. Der Autofokus ist zudem ausreichend schnell, leise und trifft fast immer sein Ziel. Wenn man auf 600mm eine hektische Ameisen fotografiert, sollte man jedoch bisweilen mit Aussetzern rechnen.
Auch hier gilt, dass man mit einer sündhaft teuren Festbrennweite sicherlich noch einen Kick mehr an Auflösung realisieren kann.

Schlußendlich stellt sich die Frage: Wozu brauche ich einen solchen Vorschlaghammer?
Dieses Objektiv ist allein auf Grund des o.g. Gewichtes von knapp 2 kg schon eine Hausnummer und selbst €795,- sind kein Pappenstiel.
Zum Erstellen von Schnappschüssen ist das Teil nicht sonderlich empfehlenswert, ist es doch etwas hinderlich, immer 2kg Objektiv und Kamera herumzuschleppen.
Sinnvoll ist es meines Erachtens vor allen Dingen in der Natur- und Tierfotografie, bei mir Bereiche, die für mich sehr erholsam sind. Einfach an einem See oder einer Waldlichtung sitzen und abwarten, was passiert. Irgendetwas passiert immer, und mit diesem Objektiv gibt es wenig, was einem entgehen könnte.
Im Vergleich zu einem “handelsüblichen” 70-300mm merkt man die 600mm Endbrennweite ganz deutlich.
Es soll auch Leute geben, die gerne unbemerkt weit entfernte Objekte fotografieren, für diese Klientel ist das Objektiv ebenfalls mit den Einschränkungen der Lichtstärke empfehlenswert.

Ein empfehlenswerten Testbericht über das Objektiv findest Du bei Traumflieger.

Anbei eine kleine Galerie mit Fotos, die mit dem Tamron 150-600mm erstellt wurden.

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Unterwegs mit der Canon 50mm Festbrennweite

Neulich habe ich einen Artikel einer Fotografin gelesen, die fast ausschließlich mit einer 50mm- Festbrennweite fotografiert, hauptsächlich Landschaften.  Was soll der Quatsch jetzt, wird sich der eine oder andere fragen?

Zuerst einmal die graue Theorie – was ist eine Festbrennweite überhaupt? Eine Festbrennweite ist ein Objektiv, mit dem man nicht zoomen kann und einen festgelegten Bildausschnitt hat.
Mit einem solchen Objektiv “kastriert” man sich zunächst erst einmal selbst. Das wilde Drehen am Zoom gehört der Vergangenheit an, weil nicht vorhanden. Der Zoom, den man benutzen kann, hat hier zwei Beine. Die muß man in die Hand nehmen und sich sein Motiv regelgerecht suchen. Freilich ist der eine oder andere Ausreisser dabei, aber dafür lernt man.
Der praktische Vorteil dieses Objektives ist sein unglaublich geringes Gewicht, man kann es wirklich überall mit hinschleppen.

Weitere Vorteile des im Volksmund auch zu Unrecht “Plastikscherbe” genannten Objektives sind die mögliche extrem offene und durchgehende Blende, die tolle Schärfe/Unschärfeverläufe ermöglicht und durch die offene Blende von 1,8 guten Fotos bei schwierigen Lichtverhältnissen. Man muß sich jedoch erst einmal daran gewöhnen, dass man mehr herum latschen muß, um einen geeigneten Bildausschnitt zu finden. Schwierig ist es auch bei Städtereisen, da man zuweilen das Zoomen doch vermisst.

Das von mir verwendete Canon 50mm-Objektiv kostet knapp €100,-, doch es ist jeden Cent wert. Sicher sind nicht alle Bilder, die man damit macht, hundertprozentige Treffer, aber die, die etwas geworden sind, entschädigen für die Mühe. Ich liebe meinen 50mm-“Fußzoom”.

So habe ich mich in meiner Heimatstadt Neuss aufgemacht, und nur mit diesem Objektiv ein paar Aufnahmen gemacht, bei denen ich nie auf die Idee gekommen wäre, mein 18-55mm Kit-Objektiv oder mein “Immer drauf”-18-200mm Tamron-Objektiv NICHT zu benutzen. Man fotografiert bewußter und es macht ganz einfach mehr Spaß, was bei der Fotografie immer der Fall sein sollte.

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Canon EF-S 10-18 mm Weitwinkel

Ich habe mich immer schon mit der Anschaffung eines Weitwinkelobjektives auseinandergesetzt. Beim Stöbern im Internet trifft man auf eine Flut von Angeboten – eins sticht dabei heraus und zwar in preislicher Hinsicht.
Es ist das Canon EF-S 10-18 mm Weitwinkel. Für 235 Euronen ist es im lokalen roten Markt erhältlich.
Hier ist jeoch Obacht geboten, andere Online-Händler bieten das Teil auch für wenier Geld feil, dabei ist jedoch zu beachten, dass es zwei Versionen gibt: Einmal mit und einmal ohne Streublende. Freilich kann man diese nachkaufen, aber knapp 30 Kopeken für ein Stück Plastik scheinen mir etwas fernab der Realität.
Beim roten Markt gab es das Teil jedoch mit Steublende.

Natürlich darf man von einem Weitwinkelobjektiv weit jenseits der 300 Euro keine Wunderwerke erwarten. Die im Netz bedindlichen Rezessionen ließen jedoch aufhorchen, insbesondere, was das Pres-Leistungsverhätlins anbelangt. Natrülich gibt es Zeitgenossen, die das Ding in Grund und Boden zerreißen. Schnell zeigt sich dabei jedoch, dass sich der Fehler meist VOR dem Gerät und nicht IM Gerät befindet. Also immer ausfmerksam lesen!

Das Objektiv ist mit 240 Gramm federlicht und die Gewindegröße des Fotofilters beträgt 67 mm, was man beim Kauf eines Filters berücksichtigen sollte.
Der Autofokus arbeitet so schell, exakt und geräuschlos, dass man den Eindruck gewinnen könnte, er funktioniert überhaupt nicht. Logischerweise ergeben sich beim Einsatz eines solchen Objektives Verzerrungen, die jedoch in einem erträglichen Rahmen bleiben. In Lightroom hat man diese beispielsweise mit einem Klick behoben.

Da ich kein Freund langer, technischer Arien bin, anbei zwei Fotos des gleichen Motives, die die Leistungsfähigkeit dieses günstigen Leichtgewichtes demonstrieren:

Weitwinkel vs. Kit-Objektiv

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