Neues Teleobjektiv

Was ist eigentlich ein Teleobektiv?
Als Standardteleobjektive gelten Objektive mit einer Brennweite zwischen etwa 135 und 200 mm. Geläufig sind auch 70-300mm Objektive, diese gibt es von diversen Herstellern. Damit läßt sich schon allerhand anstellen.  Doch reicht das? Die Frage stellte ich mir mit meinem 70-300mm Objektiv bei einem Zoo-Besuch.
Hier gilt: Entweder sind die Viecher zu klein oder zu weit weg, im schlimmsten Fall beides. Hier kommt schnell der Wunsch nach etwas mehr Brennweite auf. Für alle, die davon den Kanal jedoch nicht vollkriegen, gibt’s da immer noch ein wenig mehr.  Schaut man sich beispielsweise bei Canon um, dann vergeht einem jedoch schnell die Lust daran – Objektive im Wert eines gut ausgestatteten Kleinwagens sind hier Standard.

Möchte man jedoch ein sexy Objektiv und eine Mörder-Brennweite haben, gleichwohl jedoch trotzdem nicht gleich Haus und Hof verkaufen, kommt man zum Tamron SP 150 – 600mm / 5 – 6,3 Di VC USD.
Quasi so, als ob man in den 70/80er-Jahren Opel gefahren wäre …
Richtig gelesen, satte 600mm Brennweite, das ganze verteilt auf stolze 2 kg Objektiv und käuflich zu erwerben für freundliche €795,- – erneut beim Fotofachhändler meines Vertrauens, Foto Leistenschneider in Krefeld.

Bei den Ausmaßen des Objektives (knapp 11cm Durchmesser und knapp 26  cm Länge im eingefahren Zustand) vermutet man zunächst, dass das Teil der Begierde unter das Kriegswaffenkontrollgesetz fällt oder dass man einen Waffenschein benötigt oder optional noch Munition dazu kaufen muss. Zudem hat man das Gefühl, nicht das Objektiv an die Kameras schrauben, sondern die Kamera an das Objektiv.
Aber keine Bange, mit dem Teil kann man nur fotografieren und das hervorragend, gleichwohl man nicht geneigt ist, sich bei einer Blende von 5-6,3 vor Begeisterung auf den Rücken zu schmeissen.
Das Objektiv verfügt jedoch über einen ganz hervorragenden Bildstabilisator, bei Tamron VC (Vibration Control) gennant. Bei einer ruhigen Hand gelingen dabei offenblendig auf 600 mm (f6.3) mit 1/160 sec. Belichtungszeit noch scharfe Bilder. Ein weiteres, nettes Feature ist die Einstellung des Autofokus wahlweise auf den vollen Bereich oder auf 15m. Das erspart bei etwas näheren Objekten schon einmal das Hin-un Her des Autofokus auf ein erträgliches Maß. Der Autofokus ist zudem ausreichend schnell, leise und trifft fast immer sein Ziel. Wenn man auf 600mm eine hektische Ameisen fotografiert, sollte man jedoch bisweilen mit Aussetzern rechnen.
Auch hier gilt, dass man mit einer sündhaft teuren Festbrennweite sicherlich noch einen Kick mehr an Auflösung realisieren kann.

Schlußendlich stellt sich die Frage: Wozu brauche ich einen solchen Vorschlaghammer?
Dieses Objektiv ist allein auf Grund des o.g. Gewichtes von knapp 2 kg schon eine Hausnummer und selbst €795,- sind kein Pappenstiel.
Zum Erstellen von Schnappschüssen ist das Teil nicht sonderlich empfehlenswert, ist es doch etwas hinderlich, immer 2kg Objektiv und Kamera herumzuschleppen.
Sinnvoll ist es meines Erachtens vor allen Dingen in der Natur- und Tierfotografie, bei mir Bereiche, die für mich sehr erholsam sind. Einfach an einem See oder einer Waldlichtung sitzen und abwarten, was passiert. Irgendetwas passiert immer, und mit diesem Objektiv gibt es wenig, was einem entgehen könnte.
Im Vergleich zu einem “handelsüblichen” 70-300mm merkt man die 600mm Endbrennweite ganz deutlich.
Es soll auch Leute geben, die gerne unbemerkt weit entfernte Objekte fotografieren, für diese Klientel ist das Objektiv ebenfalls mit den Einschränkungen der Lichtstärke empfehlenswert.

Ein empfehlenswerten Testbericht über das Objektiv findest Du bei Traumflieger.

Anbei eine kleine Galerie mit Fotos, die mit dem Tamron 150-600mm erstellt wurden.

Molenplas

Am Sonntag war wieder ein Wandertag. Das herbstliche August-Wetter wurde etwas sonniger, so dass man es wagen konnte, sich etwas an der frischen Luft zu bewegen.

Wenn uns kein rechtes Ziel einfallen will, bemühen wir zuweilen das Internet. So auch in diesem Fall. Auf der Seite Wasser.Wander.Welt. wurden wir fündig. Dort werden “Premium-Wanderwege” im Grenzgebiet zwischen Deutschland und den Niederlanden vorgestellt. Enttäuscht worden sind wir dort nie.
Ein Großteil der dort vorgestellen Wanderwege ist ca. 11-15 km lang, was uns jedoch eindeutig zuviel war. So wählten wir mit knapp 5 km den “Molenplas” – den Mühlensee aus. Dieser befindet sich in der Nähe der Ortschaft Stevensweert an der Autobahn zwischen Roermond und Maastricht.

An der Hompeschen Mühle, einer alten Mühle zwischen Stevensweert und Ohé en Laak beginnt der Wanderweg. Dieser befindet sich komplett auf einer Insel, die von zwei Maasarmen umschlossen wird.

Zunächst waren wir äußerst ernüchtert, da man außer einem platten Seen, der fast komplett von Oberleitungsmasten umschlossen schien, nichts weiter gesehen hat. Na Bravo, … und ich habe wieder meine komplette Kameraausrüstung mitgeschleppt. Es erweckte den Anschein, dass außer ein paar Weitwinkel-Aufnahmen nichts zu holen wäre.

Doch man soll den Tag nie vor dem Abend, bzw. vor dem Ende der Wanderung loben. Es kommt immer anders, als man denkt. Der Weg führt mit einer ausgeprägten Ufervegetation am Deich des Juliana-Kanals entlang, bis man zwischen zwei Seen hindurch das Wasser überqueren muss. Wer denkt, hier über eine kommode Brücke zu schlendern, wird enttäuscht sein. Es handelt sich um Trittsteine aus Findlingen aus der Maas. Spätestens hier empfiehlt sich festes und wasserfestes Schuhwerk, es besteht Rutschgefahr. Durch eine üppige Pflanzenwelt gelangt man wieder zurück zum Ausgangspunkt, der Hompeschen Mühle, die auch ein kleines Restaurant beherbergt. Die “Dame Blanche” – Vanilleeis mit Schlagsahne und heißer Schokoladensauce  ist eine Empfehlung und nach dieser Wanderung durchaus angebracht.

Die knapp fünf Kilometer können nämlich sehr lang werden. Natürlich kann man im Stechschritt über die Wanderwege marschieren, dann ist die Wanderung tatsächlich in einer Stunde abgehakt. Geht man jedoch abseits der Wege, entdeckt man ein wahres Naturparadies mit seltenen Pflanzen und Tieren. Nur Frösche haben wir nicht gesehen, aber dafür quaken gehört. Wahrscheinlich wollten sie sonntags nicht fotografiert werden.

Tiefenenstpanntes Galloway-Rind und tiefenenstpannter Fotograf …

Das Mitschleifen der Fotoausrüstung hat sich gelohnt, nur das eingangs erwähnte Weitwinkelobjektiv fand keinen Einsatz. Zu interessant waren die kleinen Details entlang des Weges. Nicht nur Pflanzen, sondern auch Tiere gab es zu sehen. Enten, Schwäne und Fischreiher ohne Ende. Am Ufer des Sees weidete sogar eine Herde Galloway-Rinder, die absolut tiefenentspannt waren und sich ausgiebig von allen Seiten fotografieren ließen.

Konik-Pferd verteidigt sein Revier

Nicht ganz so entspannt war ein wild weidendes Konik-Pferd, das ziemlich eindringlich sein Revier verteidigte und mich das deutlich spüren ließ. Ein kleiner Rempler und ein kurzer Biss haben mir dann verdeutlicht, dass ich doch besser aus sicherer Entfernung das Teleobjektiv benutzen soll.

Man soll sich nie vom ersten Eindruck leiten lassen, dieser Wanderweg ist ein El-Dorado für Naturfotografen. Man kann dort eine ganzen Tag zubringen, ohne das der Hauch von Langeweile aufkommt. Wir waren mit Sicherheit nicht zum letzten Mal dort, noch interessanter scheint mir der See am frühen morgen oder am späten Abend bei Sonnenuntergang zu sein. Zweifelsohne ein nächstes Ziel …

Hier gibt es ein paar Impressionen rund um den wunderbaren Molenplas:

 

Kloster Langwaden

Meine Foto-Tour durch das Kloster Langwaden bei Grevenbroich war etwas ungewöhnlich, da sie sich nicht nur auf das reine Fotografieren beschränkte. Ich lernte einen Herren kennen, der momentan im Kloster lebt und der mir einige Dinge erzählte und zeigte, unter anderem einen wunderschönen Wanderweg ins benachbarte Schloß Hülchrath. Doch dazu später mehr, erst einmal etwas Wissenswertes über das Kloster “amfürsisch”, wie wir Rheinländer zu sagen pflegen.

Um das Jahr 1145 erfolgte die Gründung des Klosters durch den Grafen Christian von Wevelinghoven. Das Kloster war dem Erzstift Köln zu Lehen aufgetragen und genoss dadurch den Schutz des Kölner Erzbischofs.
Im Jahr 1693 erfolgte ein Neubau des Klosters im Barockstil unter dem damaligen Probst Jakob II. Tillmanns und seines Nachfolgers Ignaz von Witten.
Im Jahr 1802 wurde das Kloster im Rahmen der Säkularisation durch Napoleon aufgelöst und an den französischen Diplomaten Nicolas-Joseph Maison verkauft, der das Kloster zu einer Schloßanlage umgestaltete. Maisons Erben verkauften 1913 das Areal und die gesamten Ländereien an die Grafen von Nesselrode.
In der Zeit des Nationalsozialismus diente das Kloster als Arbeitslager und nach dem Krieg als Notunterkunft für Flüchtlinge. Im Jahr 1962 wurde das Kloster für 99 Jahre in einem Erbpachtvertrag an die Zisterziensermönche vermietet.
Heute dient das Kloster neben seiner eigentlichen Funktion als Wohnstätte für alleinstehende und wohnungslose Männer, als Altenheim, insbesondere für ältere Männer der Wohnstätte, als Kloster-Restaurant und als Bankettsaal, bzw. Gästerefektorium. Es finden dort regelmäßig Konzerte und andere Veranstaltungen statt.

Wer jetzt an Grevenbroich, die selbsternannte “Hauptstadt der Energie” mit ihren endlosen, mondlandschaftsartigen Tagebauen denkt, wird beim Besuch des Klosters Langwaden eindeutig eines besseren belehrt. Rund um das Kloster ist ein idyllischer Park mit einem alten Baumbestand und ein fast urwaldartiger Wanderweg führt ins benachbarte Schloß Hülchrath.
Wer das Kloster Langwaden auch gerne einmal besuchen möchte, dem verrät Google, wo es sich befindet:

Ich machte ein paar Aufnahmen von diesem idyllischen Ort und wollte mich schon wieder auf den Heimweg begeben, als mich ein Herr im Rollstuhl, augenscheinlich ein Bewohner der oben angesprochenen Wohnstätte, ansprach und mich fragte, ob ich schon den ältesten Baum im Park fotografiert hätte. Als biologischer Komplett-Banause verneinte ich die Frage wahrheitsgemäß und er fragte, ob er mir den Baum zeigen dürfte. Es war ein Baum, der an die 220 Jahre alt ist. Er muss also zur Zeit Napoleons gepflanzt worden sein.
Nachdem ich mein Foto von besagtem Baum gemacht hatte, fragte der Herr mich, ob ich noch etwas mehr Zeit übrig hätte.  Auch diese Frage beantwortete ich wahrheitsgemäß mit ja. Er zeigte mir sodann einen kleinen Wanderweg, der vom Kloster zum benachbarten Schloß Hülchrath führte. Der Weg war sehr schmal und unwegsam und wir hatten Mühe, mit seinem Rollstuhl dort durchzukommen.
Belohnt wurden wir jedoch mit einem Baum, der bei einem Unwetter komplett entwurzelt wurde und quer über der Gilbach, einem kleinen Flüsschen lag. Obwohl es ein Flachwurzelbaum war, konnte man erahnen, welche Kräfte die Natur hat.

Wäre der freundliche Herr nicht gewesen, hätte ich diesen Weg nie eingeschlagen und niemals diese Eindrücke mitgenommen. Es ist bisweilen ratsam, die Zeit Zeit sein zu lassen und einmal unwegsame Pfade zu gehen. Der Herr im Rollstuhl hat sich ebenfalls sehr gefreut, da er diesen Weg und den umgestürzten Baum sehr liebt. Er hat sich an der wunderschönen Natur erfreut und ich habe mich, neben dieser Natur, an schönen Fotos erfreut. Ein sehr schöner Nachmittag, an den ich mit Sicherheit noch lange zurückdenken werde.

Hier ein paar Impressionen aus dem Kloster und dem beschriebenen  Wanderweg:

Schnappschüsse

Ein grosse Passion von Isi, meiner besseren Hälfte und mir ist das Wandern. Stundenlang.
Heute war ein solcher Tag, Wandern ist sehr entspannend, man bekommt den Kopf frei und kann sich durch dies und das und Ananas am Wegesrand wunderbar ablenken lassen. Getreu meinem Motto “Days turn to minutes and minutes to memories” ist natürlich immer die Kamera dabei.

Ziel unserer heutigen Wanderung war die Erft zwischen Wevelinghoven und Kapellen, zwei beschauliche Dörfer in der Nähe von Grevenbroich. Ich habe dort in der Nähe vor fast einem Viertljahrhundert einige Jahre lang gelebt, doch denn Tipp für diese Wanderung bekamen wir paradoxerweise von Freunden, die in Krefeld wohnen und die unsere Wanderleidenschaft teilen. Obwohl mir die Gegend bekannt war, habe ich doch einige neue Perspektiven entdeckt.

Bepackt mit meiner kompletten Fotoausrüstung ging es dann auf eine knapp 3 1/2-stündige Wanderung. Was für eine beknackte Idee!
Mein heißgeliebtes 50mm-Objektiv flog nach ein paar Aufnahmen in die Tasche und ab dann musste das Tamron 18-200mm-Objektiv Überstunden leisten.

Es kann zuweilen sehr erholsam sein, wenn man einfach mal drauflos fotografieren kann und sich nicht über irgendwelche technischen Dinge das Hirn zermartern muss. Sicher, hier und da ein Weitwinkel für ein tolles Panorama, dort ein Tele für ein Detail in weiter Ferne und die 50mm-Plastikbombe für ein paar Portraits hätten sicher etwas mehr für die Fotos getan.
Aber ich denke, es muss auch mal gut sein. Einfach mal den Augenblick einfangen. Das klappt mit einem Zoom-Obkjektiv wie dem 18-200mm von Tamron ganz ausgezeichnet.

Fotografie muss nicht immer das letzte Detail und das perfekte Licht aus einem Motiv herausholen. Fotografie kann auch ganz einfach nur mal ein paar schöne Erinnerungen festhalten. Und einfach mal den ISO-Wert an der Kamera hochstellen. Alle Fotos wurden mit ISO 400 und ISO 800 gemacht. Der Purist hebt jetzt den Zeigefinger, schließlich gelingen Landschaftsaufnahmen mit ISO 100 “immer”.
Rhabarber, Rhabarber, natürlich leidet die Qualität und man bekommt nicht immer ein technisch perfektes Foto. Bisweilen will man sich jedoch einfach nur an ein paar Erinnerungen erfreuen. Was nutzt es da, dass ich einen geilen, blauen Himmel habe und der Rest des Fotos schwarz wie die Nacht ist. Fotografie hat für mich einen primären Zweck; Sie muss Spass machen!
Darüber hinaus hat sich mal wieder auf eindrucksvolle Art und Weise gezeigt, an wievielen Motiven ich mal wieder vorbeigelatscht wäre, hätte Isi sie mir nicht gezeigt.
Alles in allem ein über die Maßen erholsamer Sonntag, der uns wieder einige schöne Motive gebracht hat. Einfach so. Einfach mal draufhalten! Auch, wenn 60% der Fotos anschließend in der Tonne landen.

Einfach mal anschauen – Fotos unserer Erftwanderung:

Heimatmomente

Lamellenhaus

Die Stadtwerke Willich/Meerbusch haben einen Fotowettbewerb gestartet, um den offiziellen Kalender der Stadt Willich für das Jahr 2018 zu gestalten.
Jeder, der mag, kann an dem Wettbewerb teilnehmen (vorher registrieren) und bis zu fünf Foto hochladen.  Natürlich gibt’s auch etwas zu gewinnen. Kunden der Stadtwerke Willich/Meerbusch erhalten eine Stromgutschrift von 250 kWh auf ihre Jahresrechnung. Alle anderen können sich über einen Einkaufsgutschein für Willich oder Meerbusch in Höhe von 50 Euro freuen. Der Preisträger des Titelbildes erhält einen Gutschein über 100 Euro, einzulösen bei Foto Leistenschneider in Krefeld oder Düsseldorf.

Die Übermittlung der Bilder kann noch bis 31.Juli 2017 erfolgen. In der öffentlichen Galerie sind bereits einige sehr schöne Aufnahmen zu bewundern. Es zeigt sich einmal mehr, dass man nicht weit reisen muß, um schöne Aufnahmen abseits von Südseepalmen und Himalaya-Motiven  zu machen. Das Schöne liegt oft vor der Haustür.
Anbei meine Beiträge zum Fotowettbewerb:

Unterwegs mit der Canon 50mm Festbrennweite

Neulich habe ich einen Artikel einer Fotografin gelesen, die fast ausschließlich mit einer 50mm- Festbrennweite fotografiert, hauptsächlich Landschaften.  Was soll der Quatsch jetzt, wird sich der eine oder andere fragen?

Zuerst einmal die graue Theorie – was ist eine Festbrennweite überhaupt? Eine Festbrennweite ist ein Objektiv, mit dem man nicht zoomen kann und einen festgelegten Bildausschnitt hat.
Mit einem solchen Objektiv “kastriert” man sich zunächst erst einmal selbst. Das wilde Drehen am Zoom gehört der Vergangenheit an, weil nicht vorhanden. Der Zoom, den man benutzen kann, hat hier zwei Beine. Die muß man in die Hand nehmen und sich sein Motiv regelgerecht suchen. Freilich ist der eine oder andere Ausreisser dabei, aber dafür lernt man.
Der praktische Vorteil dieses Objektives ist sein unglaublich geringes Gewicht, man kann es wirklich überall mit hinschleppen.

Weitere Vorteile des im Volksmund auch zu Unrecht “Plastikscherbe” genannten Objektives sind die mögliche extrem offene und durchgehende Blende, die tolle Schärfe/Unschärfeverläufe ermöglicht und durch die offene Blende von 1,8 guten Fotos bei schwierigen Lichtverhältnissen. Man muß sich jedoch erst einmal daran gewöhnen, dass man mehr herum latschen muß, um einen geeigneten Bildausschnitt zu finden. Schwierig ist es auch bei Städtereisen, da man zuweilen das Zoomen doch vermisst.

Das von mir verwendete Canon 50mm-Objektiv kostet knapp €100,-, doch es ist jeden Cent wert. Sicher sind nicht alle Bilder, die man damit macht, hundertprozentige Treffer, aber die, die etwas geworden sind, entschädigen für die Mühe. Ich liebe meinen 50mm-“Fußzoom”.

So habe ich mich in meiner Heimatstadt Neuss aufgemacht, und nur mit diesem Objektiv ein paar Aufnahmen gemacht, bei denen ich nie auf die Idee gekommen wäre, mein 18-55mm Kit-Objektiv oder mein “Immer drauf”-18-200mm Tamron-Objektiv NICHT zu benutzen. Man fotografiert bewußter und es macht ganz einfach mehr Spaß, was bei der Fotografie immer der Fall sein sollte.

iPhone-Fotos

Die Hardcore-Fotografen werden jetzt die Stirn in Falten werfen. Ist es möglich, mit einem Handy gute Fotos zu machen? Ohne irgendwelche Einstellungen, einfach Knöpfchen drücken und gut iss?

Ich finde, es geht ganz gut, solange man nicht den Anspruch hat, ein Fine-Art Print zu erstellen, der auf einer Leinwand den 100qm großen Westflügel des trauten Heimes schmücken soll. Man muß nicht “always and everywhere” den Spiegelrefelx-Boliden samt tonnenschwerem Objektiv-Equipment mit sich herumschleifen.

Auf YouTube gibt es eine wunderschöne Playlist von Apple, was man fototechnisch alles mit dem iPhone anstellen kann. Wirf mal einen Blick drauf, es ist sehr interessant.

Es ist erstaunlich, was man mit einem Smartphone alles anstellen kann, ich erinnere mich noch 15 Jahre zurück an mein Motorola,  das allerhöchstens Daumenkino-Qualität hatte.
Das unten stehende Bild wurde mit einem iPhone 7 aufgenommen. Links das Original “out of the box” und rechts eine nur mit den Bordmitteln von Apple Fotos bearbeitete Version. Natürlich gibt es hier Plug-Ins und für iOS tonnenweise Filter, die aus so etwas mehr oder weniger Kunstwerke zaubern können, aber wir beschränken uns auf das Wesentliche, so dass es jeder, der ein iPhone und/oder einen Mac hat, die Bearbeitung nachvollziehen kann. Im “Bearbeiten” Menu in Apple-Fotos wurde für die Bearbeitung auch lediglich bei allen Parametern die Auto-Funktion verwendet, in der iOS-Version muss man leider selbst Hand anlegen. Selbst mit allen Parametern “auf Automatik” ergibt sich hier ein wesentliche klareres, schärferes und farbneutrales Bild. Der eigenen Kreativität sind hier selbstverständlich keine Grenzen gesetzt.
Also, warum nicht mal das teure Equipment beiseite legen und einfach drauf los fotografieren. Mit dem iPhone macht’s richtig Spaß.

Ziehe an dem Schiebregeler, um links das Original und rechts das bearbeitet Bild zu sehen.

Beim nächsten Mal geht es darum, wie man mit Adobe Lightroom mobile auf dem iPhone im RAW-Format (bei Adobe heißt`s DNG) fotografieren kann und wie Ihr noch mehr aus Euren Fotos herausholen könnt. Bis dahin viel Spaß mit dem iPhone. Vielleicht habt Ihr Lust, mir Eure iPhone-Fotos zu schicken, die Ihr aufgenommen habt. Ich werde diese in meine iPhone-Galerie setzen.

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Geotag Photos Pro 2

Diejenigen unter Euch, die keine GPS-fähige Kamera haben, kennen das Problem. Man ist den ganzen Tag mit der Kamera unterwegs, schießt wunderschöne Fotos und am Ende des Tages weiß man nicht mehr, wo das Foto gemacht wurde.  Da ich ein großer Fan von Geotags bin, ist das bisweilen etwas schwierig.

Doch es gibt, wie für fast alles im Leben, eine App. Diese findet sich im iOS-App-Store und hört auf den Namen Geotag Photos Pro 2 und stammt von dem tschechischen Entwickler TappyTaps s.r.o.
Diese App ist im Prinzip ein simpler GPS-Tracker. Zunächst synchronisiert man die Uhrzeit der Kamera mit der in der App. Startet man nun zu einer Fotosession, legt man in der App eine neue Strecke an. Die App zeichnet nun den Weg auf, den man geht oder fährt. Ist die Fotosession beendet, so drückt man einfach auf “Stop”. Anschließend kann man die GPS-Datei in die iCloud, zur Dropbox oder nach Google Drive hochladen.
Lädt man anschließend die Fotos in Lightroom, kann man ganz einfach die GPS-Datei aus der betreffenden Quelle herunterladen.

Alternativ kann man die zuvor aufgezeichnete GPS-Datei auch in die Geotag-Cloud hochladen. Auf der Homepage von Geotag kann man sich eine kleine App (Mac, Windows, Linux) herunterladen, in der man zunächst den Ordner mit den importierten Fotos auswählt. Das Programm gleicht dann die Aufnahmezeiten aus den EXIF-Daten ab und lädt automatisch die entsprechenden Geotags dazu. Alternativ kann man auch die zuvor in andere Cloud-Dienste hochgeladen GPS-Dateien einfügen.

Alles in allem eine sehr kommode Lösung, um Euren Fotos Geotags hinzuzufügen. Die App kann man kostenlos im iOS-App-Store laden; damit kann man maximal drei Strecken aufzeichnen. Um eine unlimitierte Anzahl von Strecken zu verwalten, werden €8,99 fällig.

Und nun die Gretchenfrage: Wie sieht es mit dem Stromverbrauch aus? Auf meinem iPhone 7 gibt sich die App sehr genügsam. Ein ganzer Tag damit unterwegs und es sind immer noch min.40% Akkuladung vorhanden. Die App gibt es auch für die Android-Fraktion, aus Mangel an Geräten kann ich nichts zu dem Stromverbrauch auf Geräten mit Android-Betriebssystem sagen.

Hier könnt Ihr die App für iOS herunterladen:

Geotag Photos Pro 2
Geotag Photos Pro 2
Geotag Photos Pro 2
Entwickler: TappyTaps s.r.o.
Preis: Kostenlos+

 

 

Canon EF-S 10-18 mm Weitwinkel

Ich habe mich immer schon mit der Anschaffung eines Weitwinkelobjektives auseinandergesetzt. Beim Stöbern im Internet trifft man auf eine Flut von Angeboten – eins sticht dabei heraus und zwar in preislicher Hinsicht.
Es ist das Canon EF-S 10-18 mm Weitwinkel. Für 235 Euronen ist es im lokalen roten Markt erhältlich.
Hier ist jeoch Obacht geboten, andere Online-Händler bieten das Teil auch für wenier Geld feil, dabei ist jedoch zu beachten, dass es zwei Versionen gibt: Einmal mit und einmal ohne Streublende. Freilich kann man diese nachkaufen, aber knapp 30 Kopeken für ein Stück Plastik scheinen mir etwas fernab der Realität.
Beim roten Markt gab es das Teil jedoch mit Steublende.

Natürlich darf man von einem Weitwinkelobjektiv weit jenseits der 300 Euro keine Wunderwerke erwarten. Die im Netz bedindlichen Rezessionen ließen jedoch aufhorchen, insbesondere, was das Pres-Leistungsverhätlins anbelangt. Natrülich gibt es Zeitgenossen, die das Ding in Grund und Boden zerreißen. Schnell zeigt sich dabei jedoch, dass sich der Fehler meist VOR dem Gerät und nicht IM Gerät befindet. Also immer ausfmerksam lesen!

Das Objektiv ist mit 240 Gramm federlicht und die Gewindegröße des Fotofilters beträgt 67 mm, was man beim Kauf eines Filters berücksichtigen sollte.
Der Autofokus arbeitet so schell, exakt und geräuschlos, dass man den Eindruck gewinnen könnte, er funktioniert überhaupt nicht. Logischerweise ergeben sich beim Einsatz eines solchen Objektives Verzerrungen, die jedoch in einem erträglichen Rahmen bleiben. In Lightroom hat man diese beispielsweise mit einem Klick behoben.

Da ich kein Freund langer, technischer Arien bin, anbei zwei Fotos des gleichen Motives, die die Leistungsfähigkeit dieses günstigen Leichtgewichtes demonstrieren:

Weitwinkel vs. Kit-Objektiv