Algarve 2019

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Nachdem ich bereits einen Beitrag und eine Galerie “Algarve schwarz-weiß” erstellt habe, nun ein paar Aufnahmen, in denen mein Michael den Farbfilm nicht vergessen hat.

Es ist nach 2015 bereits unser zweiter Besuch in dieser wundervollen Landschaft. Wir lieben die zerklüfteten Felsen am Atlantik mit den kleinen, teils einsamen Buchten, die malerischen Altstädte, das schroffe Hinterland und den gewaltigen Atlantik.
Abseits der bekannten Hotspots Albufeira und Vilamoura gibt es hier sehr viel Natur und Geschichtsträchtiges.
In der Quinta dos Oliverias zwischen Carvoeiro und Lagoa haben wir unser perfektes Quartier gefunden: ein kleines, inhabergeführtes Hotel, das zwar etwas in die Jahre gekommen ist, aber dadurch einen unvergleichlichen Charme hat. Außerdem gibt es hier eine ganz wundervoll gepflegte Gartenanlage mit einem kleinen Pool, wenn man einmal nicht die schöne Gegend erkunden will, sondern einfach nur “chillen” möchte.

An der Algarve kann man sehr viele und sehr schöne Aufnahmen machen – in 10 Tagen waren es 1.270 Aufnahmen. Ein kleinen Ausschnitt davon findest Du hier:

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Die Algarve in schwarz-weiß

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Unser diesjähriger Urlaub im Frühjahr führte uns wieder an die Algarve in Portugal. Wie bei unserer Reise im Oktober/November 2015 war unser Ziel wieder die Quinta dos Oliveiras zwischen Carvoeiro und Lagoa. Es ist ein kleines, inhabergeführtes Hotel, in dem es allerlei alte Sachen wie Möbel, Grammophone und Bücher gibt.

Meine Aufmerksamkeit fand dort ein Bildband des Engländers Tim Motion mit dem Titel Algarve 63. Darin enthalten sind, Nomen est Omen, 63 grandiose schwarz-weiß Aufnahmen der Algarve aus den sechziger und siebziger Jahren, die das Land vor Aufkommen des Massentourismus zeigt.

“Bestelle es Dir doch bei Amazon, dann ist ist es da, wenn wir wieder zu Hause sind”, schlug meine bessere Hälfte vor. Da hätte ich auch von selbst drauf kommen können, gibt es doch bei Amazon nichts, was es nicht gibt.

Bis auf Algarve 63 von Tim Motion. Eine anschließende Suche im Netz brachte darüberhinaus wenig erquickendes, bis auf eine Ausstellung in einem Park im naheliegenden Estômbar, die aber leider letztes Jahr schon vorbei war. Lediglich das Fotogeschäft Niobo in Olhaõ führte das Buch im Sortiment.  Auf Grund der mageren Ausbeute im Netz war der Weg von 65 km dorthin das kleinste Übel.

Man kann die Sache jedoch auch abkürzen und sich direkt mit dem Autor in Verbindung setzten, er schickt es einem auch zu. Wer es ausprobieren möchte, guckt hier.

Inspiriert durch dieses fabelhafte Werk habe ich aus meinen knapp über 2.000 Aufnahmen aus 2015 und 2019 ein paar ausgewählt und in schwarz-weiß umgewandelt.
An und für sich sollte das keine Große Sache sein – gibt es doch entsprechende Einstellungen in Adobe Lightroom, die das einfach machen und tonnenweise Presets im Internet, die versprechen, das Ergebnis “echt analog” aussehen zu lassen.
Die Bordmittel von Lightroom kann man ganz schnell vergessen, die Presets, die ich besitze, haben mich nicht so recht zufrieden gestellt.

Es gibt jedoch Abhilfe in Form von Presets des Amerikaners Nathan Johnson, die auf den Namen “X-Chrome” hören und eine echte analoge Simulation alter schwarz-weiß Filme versprechen.
Ernüchternd ist zunächst, das man für $89,- “nur” 4 “Filme” erhält – den Fuji Neopan Acros 100, den Ilford HP5, den Kodak Tri-X 400, sowie den Lieblingsfilm von Ansel Adams, den Polaroid Type 55.

Was das ganze Paket jedoch interessant macht, sind weitere Presets für verschiedene Entwickler (Agfa Rodinal, Kodak HC-110 und Kodak XTOL.
Darüber hinaus gibt es noch eine Gruppe mit Presets, die verschiedenen Papiere und Toner simulieren (Fine Art, Kodak Brown Toner, Ilford COOLPAPER, Ilford WARMPAPER, Selenium, usw.).

Durch die Einteilung in Gruppen ( Film, Entwickler, Papier und Tonung) läßt sich so wunderbar eine analoge Entwicklung simulieren, deren Ergebnis mich voll und ganz überzeugt hat. Auf seiner Seite erklärt Nathan Johnson ganz wunderbar, wie das vonstatten geht. Uneingeschränkt empfehlenswert und “trotz nur” 4 Filmen meiner Ansicht nach die beste Bearbeitung um am Rechner digitale schwarz-weiß Bilder zu erstellen. Das ganze funktioniert am besten mit RAW-Dateien, es werden jedoch auch Presets für *.jpg-Aufnahmen angeboten.

Das Paket ist hier erhältlich: X-CHROME – The Missing Black & White Studio für Lightroom.

Doch nun möchte ich Dir meine schwarz-weiß Aufnahmen der Algarve nicht vorenthalten. Ein wenig von Tim Motion inspiriert und mit den X-CHROME Presets bearbeitet.
Viel Vergnügen beim “Durchblättern”

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Kino-Feeling für Deine Fotos

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Cinematiceife-super-Hollywood-Blockuster-Presets, damit werben zig Seiten im Internet. Alle versprechen Dir, In Lightroom oder Photoshop den ultimativen Hollywood-Look für Deine Fotos mit nur einem (Preset)-Klick zu erstellen.
Natürlich nicht umsonst, Geld wollen die Seitenbetreiber zu allem Überfluss auch noch haben, oftmals nach dem Motto “Viel hilft viel”.

Nach einigen ausgegebenen Euronen oder Dollars folgt meistens die Ernüchterung auf dem Fuß; was auf den Beispielfotos im Internet galaktisch aussieht, verhunzt die eigenen Fotos bis zur Unkenntlichkeit. Wenn man sich zudem mit den Reglern in Lightroom oder dem CameraRaw-Modul in Photoshop wenig bis gar nicht auskennt, kommt schnell Frustration auf.

Das Gute liegt jedoch meistens näher als man denkt, das gilt für Besitzer oder Abonnenten von Adobe Photoshop. Bekannterweise kann man ein Foto mit diversen Einstellungsebenen wie Gradationskurven, Farbkorrektur oder Kontrast/Helligkeit bearbeiten. Unter anderem gibt es auch die Option, über Einstellungsebenen sogenannte Color Look-up Tables einzusetzen. 
Wer mit dem Thema “LUT’s” nicht vertraut ist, kann sich hier belesen.
Von nun an gilt es, die Kreativität beiseite zu legen uns sich der vorgefertigten Look-up Tables von Adobe zu bedienen. Vorgaben wie Candlelight, Foggy Night und Horror Blue lassen dabei zunächst wenig Gutes erahnen. Schnell ist man geneigt, die Ebene wieder in den Mülleimer zu ziehen.

Klickt man jedoch weiter, findet man solche Dinger, die mit Fuji oder Kodak anfangen. Hier beginnt die Sache interessant zu werden.
Es handelt sich um Emulationen von Kino-Filmen der oben genannten Firmen. Wer damit immer noch nichts anfangen kann, dem sei die Seite “Shot on What” ans Herz gelegt. Dort findet man zu den in Photoshop vorhandenen Emulationen zig Beispiele, die mit dem entsprechenden Filmnegativmaterial gedreht wurden.
Die Look-up Tables sind nicht sonderlich spektakulär, jedoch verleihen sie den Fotos einen ganz bestimmten “Touch”, den man so ohne Weiteres mit den Bordmitteln von Photoshop nicht so einfach hinbekommt.

Die Anwendung dieser Look-up Tables ist jedoch nicht auf Photoshop beschränkt. Seit Lightroom LUT’s in Form von Kameraprofilen unterstützt, kann man diese auch dort nutzen. Wie das geht, habe ich in meinem Beitrag “LUT’s in Lightroom” beschrieben.
Ich habe mir zu den Profilen einfach Presets mit gleichem Namen in meinem Preset-Ordner angelegt und kann so mit einem Klick darauf zugreifen.
A propos “Ein Klick” – die Profile funktionieren in der Tat meistens mit einem Klick auf meine Fotos, insbesondere, wenn man sich ein wenig Mühe macht und nach den Eigenheiten der verschiedenen Filme unseren Freund Google befragt. 

So einfach und kostengünstig kann man sich den Look der berühmten Blockbuster auf die eigenen Fotos holen.
In der folgenden Galerie habe ich ein Foto vom abendlichen Strand in Carvoerio an der Algarve mit den verschiedenen Looks bearbeitet. Bis auf den Film-Look fand keine weitere Bearbeitung statt.

Zu beachten ist, dass es sich bei den Simulationen für den Fuji F125 und den Kodak 5218 um sog. Tungsten-Filme handelt, also Filme, die auf Kunstlicht abgestimmt sind. Alle anderen sind Simulationen, die am besten bei Tageslichtaufnahmen und einem Weißabgleich von 5.500 Kelvin funktionieren.


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Cinestill-Presets für Lightroom

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Wer oder was ist Cinestill, wird sich jetzt der eine oder andere fragen?
Cinestill-Filme von der gleichnamigen Firma aus den USA sind modifizierte Kodak-Kinofilme, die durch das entfernen eines sogenannten Remjet-Layers im C41-Prozess als Foto entwickelt werden können.
Es gibt zwei Filme, den Cinestill 50D und den Cinestill 800T.
Der Cinestill 50D entsprich dem Kodak Vision3 50D 5203/7203 und der Cinesteill 800T entspricht dem Kodak Vision3 500T 5219/7219.
“LaLa Land”, “The Hateful Eight”, “Spectre” und “The Matrix” sind nur einige Beispiele, in denen diese Filme verwendet wurden.

Cinestill 50D

Der Cinestill 50D ist ein Taglichtfilm mit einer Farbtemperatur von 5500 Kelvin und hat eine Lichtempfindlichkeit vin ISO/ASA 50 – somit wirklich nur für Aufnahmen mit viel Licht zu gebrauchen. Der 50D ist einer der schärfsten und feinkörnigsten Farbnegativfilms mit einem sehr hohen Belichtungsspielraum.

Cinestill 800T

Der Cinestill 800T ist ein Kunstlichtfilm bei einer Farbtemperatur von 3200 Kelvin. Er kann bis zu ISO/ASA 3200 gepusht werden. Der Film ist perfekt für Street-Fotografie, Konzertaufnahmen und Aufnahmen unter “available light”.

Aufnahmen, die mit diesen Filmen erstellt wurden lassen sich auf dem Instagram-Kanal @cinestillfilm bewundern.

Im Netz gibt es Lightroom-Presets, die man nicht mehr zählen kann. Es gibt Presets, die teilweise recht eindrucksvoll analoge Filme emulieren können.
Auf der Suche nach oben genannten Filmen ist jedoch ganz schnell “Hängen im Schacht”, wie man so schön sagt.
Solange, bis man “The Classic Presets” findet.
Der Betreiber, André Duhme, bietet bereits eine kleine Sammlung analoger Emulationen und eine hervorragende Preset-Serie, die die Kodak Kodachrome-Filme darstellen. Mehr zu den Kodachrome-Presets findest Du hier.

Auf André’s Seite gibt es weiterhin die oben genannten Cinestill 50D und Cinestill 800T als Lightroom-Presets unter dem Namen “Classic ECN-2 Lightroom Presets” für momentan schlanke €15,99 käuflich zu erwerben. Mit den zwei Filmemulationen kommen noch eine Menge Einstellungen für Weißabgleich, Kontrast, Körnung, Tonung, etc..

Hier zwei Beispiele zu den Presets, jeweils das Original mit einer automatischen Lightroom-Entwicklung und das 50D, bzw. 800T Preset:

Die Presets sind keine “Immer-drauf-Lösungen” – sie eignen sich nicht immer und allezeit für jedes Foto. Bilder mit viel Licht eignen sich für den 50D; Fotos unter Kunstlicht und “available light” eignen sich besonders für den 800T.
Für mich verleihen sie den Aufnahmen einen speziellen Charakter, den ich persönlich sehr mag.

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Photoshop-Tutorials

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Um Gottes Willen, jetzt kommt doch wohl nicht das billionste Photoshop-Tutorial, das kein Mensch braucht !?!?

Keine Angst, ich gehen nicht unter die Leute, die Tutorials auf YouTube anbieten.
Dennoch lohnt ein Blick dorthin, um unter den Millionen Angeboten “was Echtes” zu finden. Gibt man “Photoshop Tutorial” bei YouTube ein, so wird man erschlagen von Angeboten, in der Mehrzahl versprechen diese, atemberaubende Bilder zu erstellen, aus einem Scarface ein Model zu machen und aus einer Winterlandschaft ein Bild mit Karibikflair zu erstellen.
Da schüttelt man bisweilen den Kopf, was einem da alles geboten wird.

Etwas wirklich brauchbares ist eher rar gesät.
Zu den brauchbaren YouTube-Channels gehört zweifellos “PIXimperfect” von Unmesh Dinda.
Sieht man den Typen zum ersten mal, gewinnt man den Eindruck, ein Maskenbildner aus Bollywood auf Drogenentzug ist hier für das Styling zuständig. Aussehen ist immer eine persönliche Sache, also beiseite damit.
Wenn Unmesh hier etwas erklärt, hat das Hand und Fuß und ist sofort verständlich (alles auf Englisch – also nix für Leute die mental und linguistisch in einer einzigen Volksgemeinschaft gefangen sind).
Es werden auch nicht geheimste Geheimtricks gezeigt (sonst wären sie ja nicht mehr geheim), sondern zuweilen auf ganz simple Sachen, auf die man nie kommt – beispielsweise ein richtiger Farbtonmix bei den Schwarz-Weiß-Einstellungen oder Erhöhung der Sättigung ohne dafür global die Sättigung anzuheben.

Mir gefällt dieser Kanal, er ist sehr praxisnah und äußerst verständlich (wenn man o.g. Barrieren bereit ist, zu überwinden). Es wird nix versprochen, was nicht gehalten wird.
Hier der Link:

https://www.youtube.com/channel/UCMrvLMUITAImCHMOhX88PYQ

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Kodachrome Presets für Lightroom

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Jetzt wird es witzig – es geht darum, den Look der legendären Kodachrome-Filme mit Hilfe von Lightroom-Presets nachzubilden. Was ist daran so komisch?

Zum ersten liebe ich den Look der Kodachrome-Filme. Paul Simon beschreibt den Kodachrome in seinem gleichnamigen Song äußerst treffend:

They give us those nice bright colors
They give us the greens of summers
Makes you think all the world’s a sunny dayPaul Simon

Kodachrome ist die Marke für einen von 1935 bis 2009 produzierten Diafilm des Filmherstellers Kodak. Der Kodachrome-Film war der erste kommerziell erfolgreiche Dreifarbfilm mit einer sehr natürlichen Farbwiedergabe und einer hohen Schärfe und wies ein sehr feines Korn aus. Mit seinen lebendigen Farben hatter er einen wegweisenden Einfluss auf die Entwicklung des Farbfilms. Erst in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts erreichten die Mitbewerber annähernd das Niveau des Kodachrome.
Viele Berufsfotografen und ambitionierte Hobbyfotografen bevorzugten diesen Film. Der wohl berühmteste Nutzer von Kodachrome-Filmen war der amerikanische Fotograf Steve McCurry, weltberühmt für das Foto eines afghanischen Mädchens auf dem Cover der National Geographics. Steve McCurry war es auch, der die letzte Rolle des Kodachrome 64 verschiessen durfte, bevor die Produktion von Kodak 2009 eingestellt wurde. Hierzu gibt es eine hervorragende Dokumentation auf YouTube:

 

Zum zweiten bin ich äußerst skeptisch, was die Verwendung von Presets zur Entwicklung der Fotos in Lightroom betrifft.
Presets sehen auf den Webseiten der Hersteller immer toll aus; es gibt leuchtende Farben, tiefe Kontraste, verwaschene Retro-Looks und verträumte Hochtzeits-Stile. Auf die eigenen Fotos angewendet, folgt nicht selten eine gewisse Ernüchterung. Zuweilen scheinen die Haare rot, die Kontraste sind so hoch, dass man nur noch schwarz-weiß wahrnimmt, richtiges Retro-Feeling stellt sich ebenfalls nicht ein und auf den Hochzeitsfotos wirken diese wie aus der Werbebroschüre eines Scheidungsanwaltes.
Ist man mit den detaillierten Bearbeitungsmöglichkeiten in Lightroom nicht sonderlich vertraut, richten solche Presets mehr Schaden als Nutzen an, da der Nutzer gar nicht weiß, wo er hier etwas ändern kann, damit das Ergebnis halbwegs ansehnlich ist.
Eine neue Möglichkeit in Lightroom Classic CC ab Version 7.3 ist die Verwendung von LUT’s als Kamera-Profile, womit man einen bestimmten Look “in einem Rutsch” auf das Bild anwenden, bzw. stufenlos beimischen kann. Wie das geht, steht hier: LUT’s in Lightroom.
Ich nutze selbst kaum Presets und wenn, dann fast nur selbst erstellt. Diese dienen hauptsächlich dazu, bestimmte Tonungen (z.B. das berühmt-berüchtigte Orange ‘n’ Teal), eine Vignette oder bestimmte Körnung hinzuzufügen.

Auf der Suche nach einem geeigneten Kodachrome-Look fällt man über tonnenweise Presets und oder LUT’s im Internet; auch gibt es Tutorials, die einem den ultimativen Kodachrome-Look näherbringen wollen. Die Ergebnisse sind jedoch allesamt äußerst ernüchternd. Auch hier sehen die Beispielfotos toll aus, auf den eigenen Bilden relativiert sich alles wieder.
Auf Empfehlung einiger Fotografen bin ich dann auf eine Seite namens “The Classic Presets” von André Duhme gestossen, der neben vielen “Vintage-Presets” eben auch Emulationen des Kodachrome 25 und Kodachrome 64 anbietet. Diese hören auf den Namen “Classic K14” – K14 beschreibt den Entwicklungsprozess der vorgenannten Kodachrome Filme.
Die Beispielfotos auf André’s Seite fand ich zunächst äußerst ansprechend, insbesondere vom “Feeling” der Bilder – hier scheint jemand nicht einfach nur an den Farbreglern gedreht zu haben.
Ernüchterung mag da beim Preis der Presets aufkommen – gerade mal 6 Presets für €19,99. Das ist quantitativ nicht viel, jedoch reden wir hier über ZWEI Filme, die adaptiert werden.
Angesichts der Qualität der Presets vergißt man den Preis jedoch ganz schnell wieder. Neben den eigentlichen Emulationen gibt es noch weitere Presets, mit denen man beispielsweise den Kontrast, den Weißabgleich, die Verteilung von Licht und Schatten, etc. sehr einfach anpassen kann (wenn man es mit den Lightroom-Reglern nicht selbst machen will). Darüber hinaus kann man den Aufnahmen via Presets noch einen wärmeren oder kälteren Farblook geben.
Das ganze mag zwar auf den ersten Blick nicht so spektakulär wie bei anderen Presets aussehen, doch mir gefällt einfach der Look, der mit den Presets erzeugt wird. Weiterhin “funktionieren” die Presets der beiden Kodachrome-Emulationen einfach auf einem Großteil meiner Fotos. Man sollte dabei auch bedenken, dass man in der analogen Welt auch nicht nur mit ein oder zwei Filmen die ganze Welt fotografiert hat. Einen Kodachrome 25 (mit ISO/ASA 25) wird man nicht für die Milchstrassenfotografie verwenden, warum soll dann ein Presets die Hasen aus dem Hut zaubern?
Ich habe bis dato keine bessere “Kodachrome”-Emulation als die “Classic K14 Lighreoom Presets” im Netz gefunden (sofern man einen Kodachrome überhaupt emulierten kann, das ist wie mit echtem Vinyl-Knistern …). Hier stimmt meiner Ansicht nach das Feeling, was auf den Bildern hervorragend herüberkommt. Übrigens wurde hier mit äußerster Liebe zum Detail gearbeitet, denn neben den Presets gibt es noch spezielle Kameraprofile für viele aktuelle Modelle der “üblichen Verdächtigen” (Canon, Sony, Fuji, Nikon und sogar einige iPhone-Modelle). Alleine diese Tatsache rechtfertigt den Preis abermals.

Insgesamt für einen Preset-Muffel und Kodachrome-Fan wie mich eine klare Empfehlung für die “Classic K14 Lightroom Presets”.
Im Anschluß gibt es noch ein paar vorher/nachher-Fotos mit den Classic K14 Presets:

 

 

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LUT’s in Lightroom

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LUT‘s, oder Look Up Tables, sind in aller Munde.

Was sind LUT‘s?

Im Prinzip sind es kleine Dateien, die bestimmte Farb-, Kontrast- und Helligkeitsinformationen enthalten. Mit einer LUT-Datei kann man dem Foto einen anderen Farbkook geben. Es gibt im Netz haufenweise LUT‘s mit Farblooks analoger Filme, LUT‘s mit Instagram Effekten, auch LUT‘s mit Einstellungen für Portrait- oder Hochzeitsfotografen. 

Es gibt Bildbearbeitungsprgramme wie Luminar 2018, in denen man vorgefertigte LUT‘s oder im Netz erhältliche einfügen kann. Das geht blitzschnell und sehr einfach. So kann man dem Foto von vorne herein einen betimmten Look geben. 

In Adobe Lightroom CC oder in Lightroom Classic CC sucht man diese Option zunächst vergebens. Einzig Photoshop CC bietet die Möglichkeit, über eine Einstellungsebene LUT-Dateien zu importieren. Nun ist man selten geneigt, sofort Photoshop an den Start zu bringen, wenn man eigentlich in Lightroom ein Foto entwickeln möchte. Was tun? Auf einen anderen RAW-Konverter umsteigen, der so etwas kann und damit seinen ganzen Worklflow über Bord werfen? 

Hier gibt es für Lightroom-Nutzer eine erfreuliche Antwort. Ja, es geht auch mit Lightroom. Das Zauberwort heißt hier: Kamera-Profile.

Adobe biete bereits ab Werk eine staatliche Anzahl an Profilen, die sich auf das jeweilige Foto anwenden lassen. Neben den Standarts von Adobe und den Kameraprofilen gibt es auch sogenannte Kreativ-Profile und Schwarz-Weiß-Profile.

Doch was mache ich, wenn ich nun im Netz erworbene LUT‘s in Lightroom verwenden möchte? 

Der Weg dorthin ist etwas steinig und nur über Photoshop möglich. Dort ist es jedoch möglich, von Grund auf eigene LUT‘s z u erstellen. 

Wie das geht, erfährst Du hier (Eigene LUT‘s in Photoshop erstellen).

Hat man eigene LUT-Dateien auf der Festplatte, müssen diese zunächst als Profile in das Camera RAW-Modul geladen werden. Photoshop CC und Lightrom Classic CC nutzen hier den gleichen Vorgaben-Ordner, in Lightroom CC sind einige andere Schritte erfoderlich. Dazu später mehr. 

Zunächst muss in Photoshop eine Bilddatei geladen werden. Im Anschluss daran wird das Camera RAW-Modul gestartet, welches über des Menu Filter zu erreichen ist. Nach dessen Start wechseln wir ohne in diesem Modul irgendwelche Änderungen vorgenommen zu haben, in den Bereich Vorgaben. Unten links befindet sich ein Symbol, mit dem man aus den Einstellungen, die man getätigt hat, eine neue Vorgabe erstellen läßt. Das ist jedoch jetzt nicht das Ziel.
Mit gedrückter alt-Taste klicken wir auf das Symbol und des geht ein neues Dialog-Fenster (Neues Profil) auf. Hier können wir jetzt unter dem Feld “Farbensuchtabelle”unsere LUT- Datei importieren (muss im. CUBE-Format vorliegen). Diese kann man oben benennen und den Speicherort festlegen. Dazu habe ich mir einen Ordenr mit Namen LUT angelegt. Dort hinein wird die LUT-Datei nun importiert. Anschließend muss das Dialogfeld mit dem Schalter OK bestätigt werden. Das Camera-RAW Modul erzeugt nun eine entsprechende Datei mit der Endung .xmp.

Nun wechseln wir in Camera RAW in den ersten Reiter (Grundeinstellungen) und klicken dort auf Profile. Dort erscheint nun unsere soeben konvertierte LUT-Datei als neues Profil. Dieses kann nun auf das Foto angewendet werden unsd sogar noch in der Stärke justiert werden. 

In Lightroom Classic CC ist diese Profil nun ebenfalls verwendbar, das sich das Program mit Photoshop CC den gleichen Vorgabenordner von Camera RAW teilt. Nach einem Neustart von Lightroom wird dieses Profil sichtbar.

In Lightroom CC wird man das soeben erstellte Profil jedoch vergebens suchen. Es muss gesondert importiert werden.

Dazu geht man im Entwicklungsmodul in den ersten Reiter Profile. Dort klickt man auf Durchsuchen und dann rechts oben die drei Punkte an und es öffnet sich ein Menu zur Verwaltung der Profile. Ganz unten gibt es die Auswahl Profil importieren.

Doch wo finde ich das Profil nun? Begeben wir uns auf die Suche.

Auf dem Mac muss man dazu in den Library Ordner des jeweiligen Benutzers. Im Finder klicken wir mit gedrückter alt-Taste in der Menuleiste auf den Punkt Gehe zu und wählen dort den Library Ordner aus. Dort bewegen wir uns zu \Application Support\Adobe\Camera RAW\Settings.

Dort finden wir das soeben erstellte Profil unter dem angegebenen Namen mit der Dateiendung .xmp.

Diese kopiere ich mir auf den Schreibtisch. Von hier aus kann ich es mir, wie oben beschrieben, in Lightroom CC importieren. Dort steht es mir fortan zur Verfügung. Weiterhin synchronisiert Lightroom CC diese Vorgaben in der Cloud und ich kann diese auf allen ansgschlossenen Geräten verwenden.

Unter Windows geht es auf Grund der weniger restriktiven Ordnerstruktur etwas einfacher.

Auch hier gehen wir in Lightroom CC zunächst in das Entwicklungsmodul und dort in den ersten Reiter Profile. Wir klicken auf Durchsuchen und dann auf die drei Punkte. Es öffnet sich das Menu zur Verwaltung der Profile. Unten klicken wir auf Profil importieren. Das soeben erstellte Profil liegt unter C\:Users\[user name]\AppData\Roaming\Adobe\CameraRaw\Settings.

Dieses wählen wir aus und es steht ab sofort auf allem angeschlossenen Lightroom CC-Klienten zur Verfügung und können hier ebenfalls in der Stärke angepasst werden.

Die ganze Vorgehensweise ist bei weitem nicht so komfortabel wie in anderen Programmen, beispielsweise Luminar 2018. Der Einsatz von LUT‘s, bzw. unterschiedlichen Kameraprofilen eröffnet aber ein weites Feld zur Entwicklung eigener Fotos, ohne den gewohnten Worklflow von Adobe zu verlassen. In der Kombination mit Photoshop, welches das Erstellen eigener, auf den persönlichen Bedarf abgestimmter LUT‘s, bzw. Profile ermöglicht, macht es zudem auch noch richtig Spaß!

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LUTs in Photoshop erstellen

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ARD, ZDF, C&A
BRD, DDR und USA
BSE, HIV und DRK
GbR, GmbH, ihr könnt mich malDie Fantastischen Vier

Diese und andere Abkürzungen haben uns vor etlichen Jahren die Fantastischen Vier näher gebracht, doch was in aller Welt ist ein LUT?
Es ist die Abkürzung für “Look-up Table”. Diese werden hauptsächlich im Film- und Video-Bereich eingesetzt, um einen bestimmten Filmlook zu erzeugen, beispielsweise der grünliche Look in der “Matrix”-Trilogie. Diese Farblooks lassen sich auch in der Fotografie einsetzen, um den Farblook eines Bildes zu ändern. Seit Photoshop CC2016 lassen sich diese Look-up Tabellen auch dort benutzen. Das funktioniert über eine Einstellungsebene, die als solche in verschiedenen Modi und Stärke auf das Bild angewendet werden können. Die Möglichkeiten sind hier also grenzenlos.

In Photoshop kann man nun aber auch eigene Look-up Tabellen erstellen und diese als Vorlage für die eigenen Bilder oder Fotos verwenden. Das erspart zuweilen das individuelle Bearbeiten einzelner Bilder.
Was tun diese Look-up Tabellen nun für uns?

An einem einfachen Beispiel möchte ich demonstrieren, wie man mit ein paar Ebenen einen Vintage-Look einstellt und daraus eine Look-up Tabelle, ein LUT erstellt und einfach auf eine Reihe von Bildern anwenden kann.
Was verstehen wir nun unter einem “Vintage-Look”?
Unsere Fotos sollen ein wenig “auf alt” getrimmt werden, so wie es Instagram mit seinen diversen Filtern anbietet. Alte Aufnahmen haben einen verwaschenen, kontrastarmen Look, in denen die Blautöne auffällig milchig sind.

Lange Rede, kurzer Sinn, … auf geht es an die Arbeit.
Als Beispiel habe ich ein Foto eines alten Automobils, aufgenommen bei den diesjährigen Classic Days auf Schloß Dyck ausgewählt. Um Look-Up Tabellen zu erstellen, darf nur mit Einstellungsebenen gearbeitet werden. Filter haben beispielsweise keinen Einfluss beim Erstellen einer solchen Tabelle. LUT’s enthalten ausschließlich Informationen zu Farbe, Kontrast und Helligkeit eines Bildes.

Zunächst öffnen wir dieses Bild in Photoshop. Wichtig ist, dass es im Status “Hintergrund” bleibt, was in der Ebenenpalette durch das Schloss neben der Miniaturansicht des Fotos dargestellt wird.

 

Als erstes erstellen wir eine neue Schwarz-weiß Ebene, in etwa mit den hier gezeigten Einstellungen, um den Kontrast etwas zu erhöhen. Moment mal, war nicht vorhin von einem kontrastarmen Bild die Rede? Natürlich, diese Kontraste werden mit den folgenden Ebenen wieder etwas zurückgenommen.  Hier werden insbesondere die Farben blau und cyan verstärkt. Diese Ebene wird im Modus Weiches Licht übergeblendet. 

Anschließend bearbeiten wir die Blautöne mit der Einstellungsebene Selektive  Farbkorrektur. Dazu wird cyan und gelb verstärkt und magenta komplett herausgenommen. Als ungefährer Anhalt dient wiederum der Screenshot. Der Mischmodus der Ebene verbleibt im Zustand Normal.

Im folgenden Schritt wird das Foto eingefärbt, um einen etwas gelblichen Look zu erhalten. Das Werkzeug der Wahl ist hier die Ebene Verlaufsumsetzung. Mit der Verlaufsumsetzungsebene wird den Farben einer bestimmten Verlaufsfüllung der entsprechende Graustufenbereich eines Bildes zugeordnet. Bei einer zweifarbigen Verlaufsfüllung wie in unserem Beispiel werden der linken Endpunktfarbe der Füllung die Tiefen zugeordnet, der rechten Endpunktfarbe die Lichter und den Abstufungen dazwischen die Mitteltöne.
Ein Doppelklick auf die Vorschau des Farbverlaufes bringt und in das Menu Verläufe bearbeiten; wir wählen einen Verlauf von magenta nach grün aus.  Auch diese Ebene wird im Modus Weiches Licht übergeblendet. Ratsam ist es, hier die Kompvlementärfarben auszuwählen. Das kann man ganz leicht auf color.adobe.com einstellen. Die “Color-Harmonie” muss dazu einfach auf Komplementärfarben umgestellt werden. Je nach Stärke des Effektes, die in hohem Male vom Ausgangsbild abhängig ist, verringern wir gegebenenfalls die Ebenendeckkraft.

Um das Bild nun, wie versprochen, etwas kontrastärmer zu bekommen und den Vintage-Look zu verstärken, fügen wir als nächste Ebene eine Farbfläche mit einem hellen blau hinzu. Übergeblendet wird die Ebene nun im Modus Ausschluss. Dieser sorgt dafür, dass die dunklen Stellen im Bild in der angewählten Farbe eingefärbt werden und die hellen Stellen in der Komplementärfarbe, in diesem Fall einem dunklen Orange, der in bräunliche geht. Auf den ersten Blick wirkt das Bild nun sehr surrealistisch, daher ändern wir die Ebenendeckkraft auf ca. 25%.

Nun wirkt das Bild leider noch etwas “dumpf”; aus diesem Grund bringen wir etwas Kontrast in das Bild zurück, ebenfalls mit einer Schwarz-weiß Ebene, in der wir wiederum blau und cyan verstärken. Diese Ebene wird ebenfalls im Modus Weiches Licht übergeblendet.

Am Ende der Bearbeitung bearbeiten wir noch etwas den Kontrastumfang des Bildes, um es “analog” aussehen zu lassen. Das bewerkstelligen wir mit einer Tonwertkurve, in der wir den Tonwertumfang in den Tiefen auf einen Wert von ca.35 und in den Lichtern auf ca. 245 stellen. Diese Ebene belassen wir wieder im Modus Normal.

Die Werte, die in den einzelnen Ebenen eigegeben wurden, sind kein Credo, man kann uns sollte diese nach eigenen Vorlieben gestalten. Sie stellen lediglich ein Richtwert dar.

Hier ein Vergleich vom unbearbeitetem zum bearbeitetem Bild mit den zuvor beschriebenen “Vintage”-Einstellungen

 

Der abschließende Schritt ist nun aus diesen Einstellungen heraus eine sogenannte Look-up Tabelle zu erstellen. Dazu werden alle Einstellungsebenen markiert. Im Menu Datei > Exportieren > Color Lookup-Tabellen finden wir die Einstellungen zum Export mit den gezeigten Einstellungen. In der Beschreibung können wir dieser Look-up Tabelle nun einen eindeutigen Namen geben und im Copyright unseren Namen eingeben. In der Auswahl Qualität wähle ich immer 128 Rasterpunkte aus. Mit Bestätigen des OK-Schalters können wir unsere soeben erstellte Look-up Tabelle nun auf der Festplatte speichern. Da es vielfältige Möglichkeiten zum Einsatz von LUT’s gibt, werden hier mehrere Formate zum Speichern angeboten. Für den Einsatz in Photoshop ist im Grunde nur das Format 3DL nötig.

Diese Look-up Tabelle lässt sich nun auf jedes beliebige Foto anwenden; die so erstellte LUT-Datei kann man auch in Videoschnitt-Programmen wie Final Cut Pro X oder Adobe Premiere verwenden, um dem Film einen bestimmten Farblook zu geben.
Der Import in Photoshop erfolgt über das Menu Ebene > Neue Einstellungsebene > Color Lookup … .

Da der Effekt nun nicht in jedem Bild gleich aussieht, kann man über die Ebendendeckkraft der Color Lookup-Ebene die Wirkung des Color-Grading steuern. Auf ein anderes Bild angewandt, habe ich hier die Ebenendeckkraft auf 65% verringert, um den Look nicht zu extrem aussehen zu lassen.

 

Ich hoffe, dass dieses kleine Tutorial hilfreich für Dich war und wünsche Dir viel Spaß beim Erstellen Deiner eigenen LUT’s!

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Orton-Effekt in Lightroom

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Wie verleiht man den eigenen Aufnahmen einen glühenden, märchenhaften Look in Lightroom, ohne dabei auf externe Bildbearbeitungsprogramme wie Photoshop ausweichen zu müssen?

Die Rede ist hier von dem sogenannten “Orton-Effekt”, benannt nach dessen Erfinder, dem Fotografen Michael Orton. In der analogen Welt handelt es sich hier um eine Aufnahmetechnik, in der ein scharfes Bild mit 2 Stufen Überbelichtung und ein unscharfes Bild mit 1 Stufe Überbelichtung aufgenommen und übereinandergelegt werden. Die Aufnahme ist in aller Regel nur mit einem Stativ möglich.

In einem Bildbearbeitungsprogramme wie Photoshop ist der Effekt relativ simpel über mehrere Ebenen und Weichzeichnungsfilter zu realisieren.
Doch in Lightroom haben wir diese Ebenen nicht zur Verfügung.

Machbar ist dieser Effekt jedoch mit dem Verlaufsfilter in Lightroom. Das ganze läßt sich als Vorgabe speichern und so bequem auf jedes ausgewählte Bild übertragen.

Als erstes wählen wir das Lineare Verlaufswerkzeug aus. Dieses wird mit gehaltener Shift-Taste von ganz unten nach ganz oben gezogen und anschließend wird der Mittelpunkt ganz nach oben gezogen. Als Hilfestellung lassen wir uns der markierten Bereich anzeigen – dieser färbt das Bild nun komplett orange ein. Das bedeutet, dass sich der Maskierungseffekt nun auf das komplette Bild auswirkt. Wir haben somit den Verlauf etwas zweckentfremdet. Zur weiteren Bearbeitung nutzen wir folgende Einstellungen im Menu des Linearen Verlaufsfilters:

  • Klarheit: -100
  • Schärfe: -45

Die restlichen Parameter werden nicht verändert.

Anschließend setzen wir einen neuen Linearen Verlaufsfilter über das Bild, bei dem wir genau so vorgehen, wie im vorangegangenen Schritt. Die Einstellungen sind hier jedoch anders:

  • Belichtung: +0,15
  • Kontrast: +80
  • Klarheit: -9
  • Sättigung: +20

Zum Abschluss kann man dem Bild noch eine Vignette und etwas Bildrauschen hinzufügen, das machen wir im Reiter “Effekte” mit folgenden Einstellungen:

Am Ende kann man das Bild dann in allen Parametern feineinstellen.
So sieht das Ganze dann am Ende aus:

 

Lightroom-Vorgabe zum Download:
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Luminar 2018

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Für eine Reihe von Fotografen, gleich, ob im Profi- oder Hobbysegment, ist Adobe Lightroom das Werkzeug der Wahl, um Fotos zu entwickeln und zu verwalten und das alles unter einer Oberfläche.
Insbesondere nach dem Update im Jahr 2017 hat man nun die Möglichkeit, seine komplette Fotosammlung in der Cloud zu speichern und von überall darauf zuzugreifen.

Adobe macht es dem Nutzer jedoch etwas kompliziert; für eine komplette Cloud-Anbindung muß man Lightroom CC, mit großen Funktionseinbußen, benutzen. Der Vorteil ist, dass alle Fotos unmittelbar in die Cloud umziehen.
Wer nicht auf die gewohnten, mächtigen Tools zu Entwicklung und insbesondere der Fotoverwaltung verzichten will, der nutzt weiterhin das „alte“ Lightroom, welches auf auf den Namen Lightroom Classic CC hört.
Der Cloud-Zugriff ist hier allerdings beschränkt; man kann lediglich Sammlungen mit der Cloud synchronisieren.
Hat man die Fotos auf der Festplatte, auf der die Originalfotos liegen, synchronisiert Lightroom Classic CC lediglich Smart-Vorschauen und keine Originale.
Dazu habe ich mir meinen eigenen Workflow aufgebaut.

Das größte Manko für viele Benutzer scheint jedoch der „Abo-Zwang“ von Adobe zu sein; Lightroom sowie Photoshop gibt es ausschließlich als „Miet-Software“ – Kaufversionen werden nicht mehr angeboten.
Ich sehe den Vorteil darin, dass man so immer die aktuellste Software auf dem Rechner hat.

In diese Lücke versucht Skylum-Software mit dem Produkt Luminar 2018 zu stoßen. Das Programm ist für einmalige €69,- online erhältlich, weitere Kosten fallen zunächst nicht an. Wer, wie ich, noch die alte Luminar-Version besitzt, kann gar für €49,- aufrüsten.

Skylum rührt für das Produkt heftigst die Werbetrommel und stellt Luminar 2018 als die Lightroom-Alternative dar.
Ist sie das auch?
Die Liste der Funktionen ist beeindruckend und geht teilweise weit darüber hinaus, was Adobe in Lightroom anbietet, freilich jedoch nur, was die Bearbeitung angeht. Über ein Bildverwaltungs-Modul verfügt Luminar 2018 bis dato noch nicht, wenngleich es für 2018 in Aussicht gestellt wurde.
Für den Preis, den Skylum für Luminar anbietet, kann man zunächst nicht viel falsch machen.
Nach dem völlig stressfreien Bestellvorgang landet die Software auf dem Rechner des Benutzers. Auf dem Mac geht die Installation wie gewöhnlich kinderleicht, zur Windows-Version kann ich leider nichts sagen.
Nach der Installation ist lediglich der Aktivierungscode einzugeben und schon kann man mit dem Programm arbeiten.

Was zunächst auffällt ist die schiere Auswahl der Filter, die Lightroom nicht bietet und die Möglichkeit, wie in Photoshop, mit Ebenen zu arbeiten. Für einen Großteil der Nutzer entfällt meiner Ansicht somit auch die Verwendung von Photoshop.
Jede Lightroom-Funktion zur Entwicklung von Fotos findet ihr Pendant in Luminar 2018, teilweise sind die Menus zum verwechseln ähnlich angeordnet. Mein erster Eindruck ist jedoch, dass die Regler in Lightroom feiner einzustellen sind, aber das ist sicherliche eine Sache der Gewohnheit.
In Bezug auf die Entwicklung von Fotos kommt man hier genau so schnell zum Ziel, wie in Lightroom.

Luminar 2018 läßt sich übrigens als Plug-In in Lightroom Classic CC einbinden, so dass man hier nur noch die Bilder verwalten muß und in Luminar entwickeln kann. Mehr dazu, wie sich Luminar hier verhält, weiter unten.
Für einen ersten Test habe ich mir eine Aufnahme aus meinem Lightroom-Katalog herausgesucht. Um dieses in Luminar zu entwickeln, geht man auf Datei -> Zusatzmoduloptionen -> zu Luminar 2018 transferieren. Darauf hin öffnet sich Luminar 2018 und man kann mit der Bearbeitung beginnen. Wer Lightroom kennt, wird sich hier heimisch fühlen, insbesondere, wenn man den Arbeitsbereich „Professionel“ öffnet. Vieles erinnert hier an Lightroom.
Die erste Begeisterung kam beim „Accent AI Filter“ auf. Dieser soll das Bild auf Grund künstlicher Intelligenz optimieren, was in der Tat auch beeindruckend funktioniert, wenn man diesen Regler nicht sofort bis zum Anschlag aufdreht.

Nach den grundlegenden Einstellungen war es an der Zeit, etwas tiefer in die Software einzutauchen und die Funktionen zu nutzen, die Lightroom nicht bietet, beispielsweise die Grünverbesserung, eine Crossprocess-Entwicklung, oder den Orton-Effekt. Möchte man den Himmel verstärken, legt man sich einfach eine neue Ebene an und setzt den Polfilter darauf. Alle Bereiche außer den Himmel kann sehr schnell und unkompliziert ausmaskieren. Dieser Vorgang geht jedoch in Lightroom ebenso einfach.
Auf Grund der vielfältigen Filter benötigt man in der Regel keine zusätzlichen Filter, wie beispielsweise die DxO NIK-Collection. Diese lassen sich jedoch auch problemlos in Luminar 2018 einbinden, so dass man sich hier seine Werkezugpalette nach Bedarf anpassen kann.

Bei so vielen positiven Eindrücken gibt es jedoch auch negative Punkte. Den größten Nachteil dieses Produktes sehe ich in erster Linie in dem fehlenden Bildverwaltungsmodul und vor allen Dingen in der Arbeitsgeschwindigkeit des Programmes.
Die neben der Grundbearbeitung verwendeten Funktionen wie Filter und/oder Ebenen haben das Programm deutlich verlangsamt, insbesondere, wenn man abschließende die fertige Bearbeitung schärfen und das Rauschen entfernen möchte. Weiterhin halte ich diese beiden Parameter für nicht so effektiv wie in Lightroom. Auch das Generieren von Vorschauen für bestimmte Effekte (LUT’s, Crossprocessing) gerät bisweilen zur Tortur; die Vorschauen bauen sich nur äußerst zögerlich auf. Bei anderen Effekten wie DxO NIK-Collection oder DxO Filmpack ist die Geschwindigkeit beim Aufbauen der Vorschauen deutlich höher und die Programme laufen weitaus flüssiger.
Auf Grund der fehlenden Bildverwaltung kann man immer nur ein Bild bearbeiten und dieses jeweils in ein anderes Format speichern (.jpg, .tiff, etc.) oder auf einem sozialen Netzwerk teilen. Eine Funktion für mehrere Bilder ist hier nicht vorgesehen.

Hat man ein Foto bearbeitet, so kann man dieses im eigenen Luminar-Format auf der Festplatte speichern.
Aus einem 36,6 MB RAW-Foto wird eine 11,2 MB große .lmnr-Datei. Beide Dateien existieren nebeneinander auf der Festplatte.
In Zeiten immer mehr schrumpfender Festplattenpreise ist das auf den ersten Blick kein K.O.-Kriterium. Mein Lightroom-Katalog hat eine Größe von knapp 650 GB – da kann man jedoch schnell ausrechnen, um wieviel größer der Festplattenbedarf wird, wenn man Luminar benutzt. Lightroom speichert diese Änderungen in einer sogenannten “Sidecar”-Datei mit der Endung .xmp, die in diesem Fall nur 12 KB klein ist. Diese “Sidecar”-Dateien haben zudem den Vorteil, dass man die in Lightroom durchgeführten Änderungen auch in anderen RAW-Konvertern sehen kann, wie beispielsweise DxO Photo Lab.

In der Disziplin Geschwindigkeit ist Lightroom, sowohl in der CC-Variante als auch in der Classic-Variante, dem Produkt von Skylum um Meilen voraus. So praktisch es ist, eine komplette Bildbearbeitung, nicht nur Entwicklung, in Luminar durchzuführen so hinderlicher ist die mangelnde Geschwindigkeit des Programmes.
Skylum gibt als Mindestvoraussetzungen für einen Mac einen Intel 64-bit Core2Duo und 8GB RAM an; ich halte diese Aussage für nicht gerechtfertigt.
Mein iMac late 2015 mit einem 3,3 GHz Intel Core i5 und 8GB DDR3-RAM ging bei extensivem Einsatz diverser Filter und Masken schon heftig in die Knie, so dass minutenlang keine Reaktion erfolgt. Dieses Phänomen ist weder bei Lightroom noch bei Photoshop zu beobachten, wenn auch meine 8GB RAM-Ausstattung zuweilen ihren Tribut zollen, jedoch nie in einem”Einfrieren” des Programmes oder der gesamten Benutzeroberfläche.

Ein weiterer, gravierender Nachteil tritt zu Tage, wenn man aus Lightroom heraus Luminar als Plug-In nutzt, um Fotos zu bearbeiten. Zur Bearbeitung akzeptiert Luminar die Formate .psd, .tiff und .jpg.
Wählt man .psd oder .tiff und bearbeitet darin das Bild, werden bei der Speicherung in Lightroom sämtliche Metadaten aus dem Bild entfernt! Danach ist keine Sortierung in Lightroom, beispielsweise nach Aufnahmedatum, Kamera- oder Objektivtyp mehr möglich. Lediglich bei der Bearbeitung im .jpg-Format bleiben sämtliche Metadaten erhalten. Um die Metadaten des betreffenden Bildes zu erhalten, kann man sich damit behelfen, das Bild vor der Bearbeitung in Photoshop zu exportieren und Luminar von dort als Plug-In in die Bearbeitung einbinden. Für professionelle Anwender ist das in meinen Augen ein absolutes K.O.-Kriterium!

Aus diesen Gründen stellt Luminar 2018 für mich derzeit keine echte Alternative zu Lightroom dar, insbesondere auf Grund der Cloud-Anbindung. Nicht zu unterschätzen ist gerade für Fotografen, die selten Bilder entwickeln und bearbeiten möchten, die Preisgestaltung. Hier hat Luminar 2018 eindeutig die Nase vorn, wobei es jedoch abzuwarten bleibt, wie Skylum sich hier bei künftigen Updates verhalten wird. Diesbezüglich ist man bei Adobe auf der sicheren Seite.

Luminar will mehr können als Lightroom und Photoshop für einige Anwender obsolet machen. Die Ansätze, die das Programm bietet, sind hervorragend, so mancher Lightroom-Anwender würde sich über zusätzliche Filter und echte Ebenen freuen.
Die fehlende Bildverwaltung, das unprofessionelle Plug-In-Handling und die langsame Arbeitsgeschwindigkeit sind jedoch Punkte, mit denen Skylum noch in die Liga für ambitionierte Hobbyanwender und/oder professionellen Anwendern aufschliessen muss.

Luminar auf der Homepage von Skylum

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