Die Algarve in schwarz-weiß

Unser diesjähriger Urlaub im Frühjahr führte uns wieder an die Algarve in Portugal. Wie bei unserer Reise im Oktober/November 2015 war unser Ziel wieder die Quinta dos Oliveiras zwischen Carvoeiro und Lagoa. Es ist ein kleines, inhabergeführtes Hotel, in dem es allerlei alte Sachen wie Möbel, Grammophone und Bücher gibt.

Meine Aufmerksamkeit fand dort ein Bildband des Engländers Tim Motion mit dem Titel Algarve 63. Darin enthalten sind, Nomen est Omen, 63 grandiose schwarz-weiß Aufnahmen der Algarve aus den sechziger und siebziger Jahren, die das Land vor Aufkommen des Massentourismus zeigt.

“Bestelle es Dir doch bei Amazon, dann ist ist es da, wenn wir wieder zu Hause sind”, schlug meine bessere Hälfte vor. Da hätte ich auch von selbst drauf kommen können, gibt es doch bei Amazon nichts, was es nicht gibt.

Bis auf Algarve 63 von Tim Motion. Eine anschließende Suche im Netz brachte darüberhinaus wenig erquickendes, bis auf eine Ausstellung in einem Park im naheliegenden Estômbar, die aber leider letztes Jahr schon vorbei war. Lediglich das Fotogeschäft Niobo in Olhaõ führte das Buch im Sortiment.  Auf Grund der mageren Ausbeute im Netz war der Weg von 65 km dorthin das kleinste Übel.

Man kann die Sache jedoch auch abkürzen und sich direkt mit dem Autor in Verbindung setzten, er schickt es einem auch zu. Wer es ausprobieren möchte, guckt hier.

Inspiriert durch dieses fabelhafte Werk habe ich aus meinen knapp über 2.000 Aufnahmen aus 2015 und 2019 ein paar ausgewählt und in schwarz-weiß umgewandelt.
An und für sich sollte das keine Große Sache sein – gibt es doch entsprechende Einstellungen in Adobe Lightroom, die das einfach machen und tonnenweise Presets im Internet, die versprechen, das Ergebnis “echt analog” aussehen zu lassen.
Die Bordmittel von Lightroom kann man ganz schnell vergessen, die Presets, die ich besitze, haben mich nicht so recht zufrieden gestellt.

Es gibt jedoch Abhilfe in Form von Presets des Amerikaners Nathan Johnson, die auf den Namen “X-Chrome” hören und eine echte analoge Simulation alter schwarz-weiß Filme versprechen.
Ernüchternd ist zunächst, das man für $89,- “nur” 4 “Filme” erhält – den Fuji Neopan Acros 100, den Ilford HP5, den Kodak Tri-X 400, sowie den Lieblingsfilm von Ansel Adams, den Polaroid Type 55.

Was das ganze Paket jedoch interessant macht, sind weitere Presets für verschiedene Entwickler (Agfa Rodinal, Kodak HC-110 und Kodak XTOL.
Darüber hinaus gibt es noch eine Gruppe mit Presets, die verschiedenen Papiere und Toner simulieren (Fine Art, Kodak Brown Toner, Ilford COOLPAPER, Ilford WARMPAPER, Selenium, usw.).

Durch die Einteilung in Gruppen ( Film, Entwickler, Papier und Tonung) läßt sich so wunderbar eine analoge Entwicklung simulieren, deren Ergebnis mich voll und ganz überzeugt hat. Auf seiner Seite erklärt Nathan Johnson ganz wunderbar, wie das vonstatten geht. Uneingeschränkt empfehlenswert und “trotz nur” 4 Filmen meiner Ansicht nach die beste Bearbeitung um am Rechner digitale schwarz-weiß Bilder zu erstellen. Das ganze funktioniert am besten mit RAW-Dateien, es werden jedoch auch Presets für *.jpg-Aufnahmen angeboten.

Das Paket ist hier erhältlich: X-CHROME – The Missing Black & White Studio für Lightroom.

Doch nun möchte ich Dir meine schwarz-weiß Aufnahmen der Algarve nicht vorenthalten. Ein wenig von Tim Motion inspiriert und mit den X-CHROME Presets bearbeitet.
Viel Vergnügen beim “Durchblättern”