Molenplas

Am Sonntag war wieder ein Wandertag. Das herbstliche August-Wetter wurde etwas sonniger, so dass man es wagen konnte, sich etwas an der frischen Luft zu bewegen.

Wenn uns kein rechtes Ziel einfallen will, bemühen wir zuweilen das Internet. So auch in diesem Fall. Auf der Seite Wasser.Wander.Welt. wurden wir fündig. Dort werden “Premium-Wanderwege” im Grenzgebiet zwischen Deutschland und den Niederlanden vorgestellt. Enttäuscht worden sind wir dort nie.
Ein Großteil der dort vorgestellen Wanderwege ist ca. 11-15 km lang, was uns jedoch eindeutig zuviel war. So wählten wir mit knapp 5 km den “Molenplas” – den Mühlensee aus. Dieser befindet sich in der Nähe der Ortschaft Stevensweert an der Autobahn zwischen Roermond und Maastricht.

An der Hompeschen Mühle, einer alten Mühle zwischen Stevensweert und Ohé en Laak beginnt der Wanderweg. Dieser befindet sich komplett auf einer Insel, die von zwei Maasarmen umschlossen wird.

Zunächst waren wir äußerst ernüchtert, da man außer einem platten Seen, der fast komplett von Oberleitungsmasten umschlossen schien, nichts weiter gesehen hat. Na Bravo, … und ich habe wieder meine komplette Kameraausrüstung mitgeschleppt. Es erweckte den Anschein, dass außer ein paar Weitwinkel-Aufnahmen nichts zu holen wäre.

Doch man soll den Tag nie vor dem Abend, bzw. vor dem Ende der Wanderung loben. Es kommt immer anders, als man denkt. Der Weg führt mit einer ausgeprägten Ufervegetation am Deich des Juliana-Kanals entlang, bis man zwischen zwei Seen hindurch das Wasser überqueren muss. Wer denkt, hier über eine kommode Brücke zu schlendern, wird enttäuscht sein. Es handelt sich um Trittsteine aus Findlingen aus der Maas. Spätestens hier empfiehlt sich festes und wasserfestes Schuhwerk, es besteht Rutschgefahr. Durch eine üppige Pflanzenwelt gelangt man wieder zurück zum Ausgangspunkt, der Hompeschen Mühle, die auch ein kleines Restaurant beherbergt. Die “Dame Blanche” – Vanilleeis mit Schlagsahne und heißer Schokoladensauce  ist eine Empfehlung und nach dieser Wanderung durchaus angebracht.

Die knapp fünf Kilometer können nämlich sehr lang werden. Natürlich kann man im Stechschritt über die Wanderwege marschieren, dann ist die Wanderung tatsächlich in einer Stunde abgehakt. Geht man jedoch abseits der Wege, entdeckt man ein wahres Naturparadies mit seltenen Pflanzen und Tieren. Nur Frösche haben wir nicht gesehen, aber dafür quaken gehört. Wahrscheinlich wollten sie sonntags nicht fotografiert werden.

Tiefenenstpanntes Galloway-Rind und tiefenenstpannter Fotograf …

Das Mitschleifen der Fotoausrüstung hat sich gelohnt, nur das eingangs erwähnte Weitwinkelobjektiv fand keinen Einsatz. Zu interessant waren die kleinen Details entlang des Weges. Nicht nur Pflanzen, sondern auch Tiere gab es zu sehen. Enten, Schwäne und Fischreiher ohne Ende. Am Ufer des Sees weidete sogar eine Herde Galloway-Rinder, die absolut tiefenentspannt waren und sich ausgiebig von allen Seiten fotografieren ließen.

Konik-Pferd verteidigt sein Revier

Nicht ganz so entspannt war ein wild weidendes Konik-Pferd, das ziemlich eindringlich sein Revier verteidigte und mich das deutlich spüren ließ. Ein kleiner Rempler und ein kurzer Biss haben mir dann verdeutlicht, dass ich doch besser aus sicherer Entfernung das Teleobjektiv benutzen soll.

Man soll sich nie vom ersten Eindruck leiten lassen, dieser Wanderweg ist ein El-Dorado für Naturfotografen. Man kann dort eine ganzen Tag zubringen, ohne das der Hauch von Langeweile aufkommt. Wir waren mit Sicherheit nicht zum letzten Mal dort, noch interessanter scheint mir der See am frühen morgen oder am späten Abend bei Sonnenuntergang zu sein. Zweifelsohne ein nächstes Ziel …

Hier gibt es ein paar Impressionen rund um den wunderbaren Molenplas:

 

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