Kloster Langwaden

image_pdfPDF erzeugenimage_printSeite drucken

Meine Foto-Tour durch das Kloster Langwaden bei Grevenbroich war etwas ungewöhnlich, da sie sich nicht nur auf das reine Fotografieren beschränkte. Ich lernte einen Herren kennen, der momentan im Kloster lebt und der mir einige Dinge erzählte und zeigte, unter anderem einen wunderschönen Wanderweg ins benachbarte Schloß Hülchrath. Doch dazu später mehr, erst einmal etwas Wissenswertes über das Kloster “amfürsisch”, wie wir Rheinländer zu sagen pflegen.

Um das Jahr 1145 erfolgte die Gründung des Klosters durch den Grafen Christian von Wevelinghoven. Das Kloster war dem Erzstift Köln zu Lehen aufgetragen und genoss dadurch den Schutz des Kölner Erzbischofs.
Im Jahr 1693 erfolgte ein Neubau des Klosters im Barockstil unter dem damaligen Probst Jakob II. Tillmanns und seines Nachfolgers Ignaz von Witten.
Im Jahr 1802 wurde das Kloster im Rahmen der Säkularisation durch Napoleon aufgelöst und an den französischen Diplomaten Nicolas-Joseph Maison verkauft, der das Kloster zu einer Schloßanlage umgestaltete. Maisons Erben verkauften 1913 das Areal und die gesamten Ländereien an die Grafen von Nesselrode.
In der Zeit des Nationalsozialismus diente das Kloster als Arbeitslager und nach dem Krieg als Notunterkunft für Flüchtlinge. Im Jahr 1962 wurde das Kloster für 99 Jahre in einem Erbpachtvertrag an die Zisterziensermönche vermietet.
Heute dient das Kloster neben seiner eigentlichen Funktion als Wohnstätte für alleinstehende und wohnungslose Männer, als Altenheim, insbesondere für ältere Männer der Wohnstätte, als Kloster-Restaurant und als Bankettsaal, bzw. Gästerefektorium. Es finden dort regelmäßig Konzerte und andere Veranstaltungen statt.

Wer jetzt an Grevenbroich, die selbsternannte “Hauptstadt der Energie” mit ihren endlosen, mondlandschaftsartigen Tagebauen denkt, wird beim Besuch des Klosters Langwaden eindeutig eines besseren belehrt. Rund um das Kloster ist ein idyllischer Park mit einem alten Baumbestand und ein fast urwaldartiger Wanderweg führt ins benachbarte Schloß Hülchrath.
Wer das Kloster Langwaden auch gerne einmal besuchen möchte, dem verrät Google, wo es sich befindet:

Ich machte ein paar Aufnahmen von diesem idyllischen Ort und wollte mich schon wieder auf den Heimweg begeben, als mich ein Herr im Rollstuhl, augenscheinlich ein Bewohner der oben angesprochenen Wohnstätte, ansprach und mich fragte, ob ich schon den ältesten Baum im Park fotografiert hätte. Als biologischer Komplett-Banause verneinte ich die Frage wahrheitsgemäß und er fragte, ob er mir den Baum zeigen dürfte. Es war ein Baum, der an die 220 Jahre alt ist. Er muss also zur Zeit Napoleons gepflanzt worden sein.
Nachdem ich mein Foto von besagtem Baum gemacht hatte, fragte der Herr mich, ob ich noch etwas mehr Zeit übrig hätte.  Auch diese Frage beantwortete ich wahrheitsgemäß mit ja. Er zeigte mir sodann einen kleinen Wanderweg, der vom Kloster zum benachbarten Schloß Hülchrath führte. Der Weg war sehr schmal und unwegsam und wir hatten Mühe, mit seinem Rollstuhl dort durchzukommen.
Belohnt wurden wir jedoch mit einem Baum, der bei einem Unwetter komplett entwurzelt wurde und quer über der Gilbach, einem kleinen Flüsschen lag. Obwohl es ein Flachwurzelbaum war, konnte man erahnen, welche Kräfte die Natur hat.

Wäre der freundliche Herr nicht gewesen, hätte ich diesen Weg nie eingeschlagen und niemals diese Eindrücke mitgenommen. Es ist bisweilen ratsam, die Zeit Zeit sein zu lassen und einmal unwegsame Pfade zu gehen. Der Herr im Rollstuhl hat sich ebenfalls sehr gefreut, da er diesen Weg und den umgestürzten Baum sehr liebt. Er hat sich an der wunderschönen Natur erfreut und ich habe mich, neben dieser Natur, an schönen Fotos erfreut. Ein sehr schöner Nachmittag, an den ich mit Sicherheit noch lange zurückdenken werde.

Hier ein paar Impressionen aus dem Kloster und dem beschriebenen  Wanderweg:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.